FIAC-Satellitenmessen
Tendenz zur Kannibalisierung

Sechs OFF-Messen und eine schicke Privatschau in einem Residenz-Hotel rankten sich in Paris um die gut eingeführte Messe für zeitgenössische Kunst, "Fiac". Wie viel Kunst kann ein Besucher überhaupt aufnehmen? Ein Überangebot hat in diesem Herbst den Qualitätsbegriff aufgeweicht.
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PARIS. "So weit euch die Füße tragen - und darüber hinaus", mussten sich die nach Paris anreisenden Besucher der "Fiac" sagen, denn in diesem Jahr gab es zu den drei Orten, auf die die "Fiac" verteilt war, sechs weitere Verkaufsveranstaltungen. Die freie Kuratorin Laurence Dreyfus entwickelte die originellste Formel, indem sie sich fünf Tage in der Hotelresidenz "La Réserve" im 16. Arrondissement einmietete. Dort stellte sie Werke von 30 internationalen Künstlern im Wohnrahmen eines Luxusappartements aus. Für 70.000 Euro gab sie ein Werk des US-Choreographen und Performers Nick Cave ab. Ferner verkaufte sie Werke des Deutschen Daniel Lergon (den die Galerie Christian Lethert, Köln, bekannt gemacht hat), der Engländer Barry Reigate und Douglas White, sowie des Schweizers Pierre Schwerzmann.

Unter der Brücke Alexandre III. schlug die "Show Off" ihr Zelt für 30 Galeristen auf. Der Blick auf die Seine kompensierte die Frustration wegen der meist nicht gerade spannenden Werke, die da zu sehen waren. Eine Ausnahme bildete die Pariser Galerie Bailly Contemporary, die Fotografien von Denis Rouvre (je 4.000 Euro) anbot.

Junge, rebellische Kunst

Einen verführerischen Blick auf die Seine im Osten von Paris ermöglicht das von den Architekten Jakob und MacFarlane errichtete Gebäude "Docks-en-Seine". Dort fand man die neueste OFF-Messe "Chic Art Fair" mit 65 Galeristen, darunter mehrere Design-Galerien, die das Niveau positiv anhoben. Junge, rebellische und humorvolle Kunst wurde da ebenso geboten wie die neuesten Experimente von Miguel Chevalier, der mit digitalen Mitteln seiner Fantasie freien Lauf lässt.

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