Fiac
Sprung in die erste Liga

Paris profiliert sich als internationale Plattform für die zeitgenössische Kunst. Auf der Fiac-Messe wird sehr gut verkauft. Der Einsatz für hohe Qualität hat sich gelohnt.
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PARIS. Sehr gute Verkäufe bereits zu Beginn der Messe zeigen: Die "Fiac!" ist auf gutem Kurs; der Einsatz für höhere Qualität und internationalere Beteiligung haben sich gelohnt. Aus 24 Ländern kommen insgesamt 195 Aussteller, um ihr Angebot an zeitgenössischer Kunst auszubreiten. Die etablierteren Galerien stellen im Grand Palais aus, die jungen Galerien sind im Carrée du Louvre zu finden und in den Tuilerien die monumentalen Freilicht-Skulpturen. Allein 23 Teilnehmer reisten aus Deutschland an, 22 aus den USA.

Die Fiac will an die Spitze der Messen

Stimmung und Angebot kommen offenbar gut an. Beobachter glauben sogar, dass die Messe noch wesentlich besser läuft als die Frieze in London. Der Kölner Galerist Michael Kewenig meint, dass sich die Fiac "zwischen der Art Basel und Art Basel Miami Beach als zweitbeste Messe platzieren könnte". Sie müsse das Angebot noch ein klein wenig verbessern. Kewenigs Attraktion ist eine riesige Installation des Arte Povera-Künstlers Mario Merz. 1,3 Mio. Euro soll sein "Der Baum der Einsamkeit" von 1995 kosten.

Von einer neuen Lust an der zeitgenössischen Kunst profitiert nicht nur Thaddäus Ropac. Der Salzburger Galerist mit Filiale in Paris verkaufte 20 Arbeiten in Preislagen zwischen 150.000 und 600.000 Euro. Darunter waren auch zwei Bilder von Baselitz. Hauser & Wirth konnten fast ihren ganzen Stand losschlagen und die Londoner Galeristin Victoria Mir setzte Skulpturen und Gemälde bis 500.000 Dollar ab. Gute Laune herrschte auch am Stand der New Yorker Galerie Salon 94. Sie vermittelte für 450.000 Dollar die schwarze, von Louvre-Antiken inspirierte Marmorskulptur einer Liegenden von Barry X Ball. Am Stand von David Zwirner, New York ließen sich die Werke von Adel Abdessemed flüssig absetzen. Zwiner hatte seine grausame "Taxidermia" von 2010, eine "Kompression" aus Hirschen oder anderem Wild für 280.000 Dollar, Schlittschuhe aus Glas und weiße Boxhandschuhe (75.000 Dollar).

Galerist Larry Gagosian wurde zum Ritter geschlagen

Erstaussteller Larry Gagosian hat gerade erst seine Pariser Filiale eröffnet. Dort präsentiert er in Zusammenarbeit mit der Galerie Patrick Seguin den Architekten Jean Prouvé und den Maler Cy Twombly. Auf der Messe zeigt er einen Querschnitt aus seinem Programm: von Pablo Picasso über Andy Warhol bis zu Richard Prince. Kulturminister Frédéric Mitterrand machte ihn derweil zum "Chevalier" im Orden der Ehrenlegion.So gibt der frisch ernannte US-Ritter einen Blitzschlag-Einstand in Paris.

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