Fiac
Von europäischem Format

Sie macht sich, die Fiac, die Pariser Messe für zeitgenössische Kunst. Es wurde an ein internationales Publikum verkauft. Doch trotz optimaler Rahmenbedingungen: Euphorie herrschte keine.
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ParisOptimale Rahmenbedingungen bot Paris der 38. Kunstmesse Fiac (Foire Internationale d’Art Contemporain) und ihren Schwerpunkten Klassische Moderne und zeitgenössische Kunst. Strahlende Sonne und ein tiefblauer Himmel waren durch die Glaskuppel des Grand Palais sichtbar. 168 internationale Galeristen und 68 000 Besucher der Fiac genossen vom 20. bis 23. Oktober das Branchentreffen und die Vergleichsmöglichkeiten. An dem für geladene Gäste reservierten Tag der Vorbesichtigung herrschte Euphorie über den Qualitätssprung der offerierten Werke, die hohe internationale Beteiligung aus 21 Ländern, die zahlreich angereisten internationalen Sammler und die übersichtliche Anordnung der Kojen. Auch der Ausbau des Obergeschosses des Grand Palais, wo die jüngeren Galerien Platz fanden, stieß auf ein positives Echo.

Der Vergleich mit der Londoner Konkurrenzmesse Frieze, die eine Woche früher startete, machte die Runde. Der Galerist Thaddäus Ropac wiederholte seine Beurteilung von 2010: „Dies ist die beste Fiac seit 20 Jahren. London kann das nicht, weil es ein anderes Ziel hat.“ Londons Ziel lautet bekanntlich und offensichtlich „Money, money“. Auch der Messemacher Lorenzo Rudolf bezeichnet die Frieze als „eine hochstehende merkantile Trade-Show“. Die Fiac sei dagegen angenehmer, frischer, wagemutiger, weil sich dort die Galerien inhaltlich positionieren wollen. Ein zusätzlicher Trumpf der Pariser Messe ist die Beteiligung von einem Dutzend der weltbesten Moderne-Galerien.

Generell waren die Verkäufe der ersten Tage vielversprechend, besonders für die erschwinglichen Zeitgenossen. Mit der zunehmenden Menschenmenge im Grand Palais verlangsamten sich die Transaktionen allerdings, denn viele kaufkräftige Sammler traten wegen des Gedränges die Flucht an. Nur wenige Stände waren daher am Sonntag ausverkauft. Die Mehrheit der Aussteller meldete die Verkäufe lediglich als „zufriedenstellend“. Nur als „lauwarm“ bezeichnete sie die Londoner Lisson Galerie.

„Wenn die Amerikaner nicht gut verkaufen, dann kommen sie nicht mehr nach Paris“, warnte der Kölner Galerist Michael Kewenig die Messedirektorin Jennifer Flay. Sie gestaltete mit der Zulassung von 27 US-Galerien – der höchsten ausländischen Beteiligung – diese Fiac zwar so international wie nie. Längerfristig geht Flay mit dieser Politik aber ein hohes Risiko ein. Interessanterweise sind viele Sammler aus den USA angereist, aber nur wenige erwarben Werke auf der Fiac. Das Gros der Käufer kommt aus Europa, berichteten die Aussteller. Obwohl sie auch auf einige Ankäufe von mexikanischen, chinesischen oder mittel-orientalischen Sammlern hinweisen konnten. 

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