Figurative deutsche, junge Maler gefragt
Art Cologne: Sammler zahlen wieder Spitzenpreise

Mit Verkaufspreisen bis zu 1 Million Euro, glänzendem Umsatz und einem deutlichen Besucherplus ist am Montag die Kunstmesse Art Cologne zu Ende gegangen. Die Messe hat die langersehnte Trendwende endlich vollzogen.

HB KÖLN. Mehr als 70 000 Besucher - 2003 waren es rund 63 000 - sahen Kunstwerke, die rund 250 Galeristen aus 22 Ländern an den Rhein gebracht hatten. „Tatsache ist, dass die Attraktivität der Art Cologne beim Publikum ungebrochen ist“, sagte Messe-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt am Montag in Köln. Und das, obwohl sich Deutschlands älteste Kunstmesse im 38. Jahr ihres Bestehens gegen zunehmende Konkurrenz von Basel bis London behaupten muss.

Im Vorfeld der Messe hatte der Geschäftsführer einen Umsatz von bis zu 60 Millionen Euro erwartet. „Nach meinen vielen Gesprächen mit den Galeristen und nach unseren Stichproben liegt die Zahl sogar etwas darüber“, sagte Art-Cologne-Direktor Gérard Goodrow. Spitzenpreise erzielte zum Beispiel ein Bild von Picasso mit 950 000 Euro und ein André Masson mit 400 000 Euro. Der Verkäufer des Picasso-Werks, Kaj Forsblom aus Helsinki, kommentierte: „Es ist wie auf einer guten Messe von früher, als die Rekorde nur so purzelten.“ Mehrere Bilder von Gerhard Richter wurden für Preise zwischen 50 000 und 325 000 Euro verkauft, zwei Arbeiten von Sigmar Polke erzielten 130 000 und 270 000 Euro.

Favorisiert bei allen Käufern war die Malerei, besonders die Werke junger Künstler im Alter von 25 bis 30 Jahren. Dabei hätten sich jeweils mehrere Käufer für dieselben Talente interessiert, hieß es. Werke etwa von Yoshitomo Nara erzielten Preise zwischen 500 und 60 000 Euro. „Wir sind überrascht und erfreut: Der deutsche Markt boomt wieder“, sagte Donata Fuchs von Mezzanin in Wien. Guido W. Baudach von der gleichnamigen Berliner Galerie sagte, die figurative junge Malerei sei in Köln zu neuer Blüte gekommen: „Das sind Zyklen der Kunstgeschichte.“ Bilder etwa von Thomas Zipp, Markus Selg, Andreas Hofer oder Thomas Helbig seien an seinem Stand ausverkauft gewesen. Der „Umschwung“ und die von allen Teilnehmern erhoffte „Wende“ seien eingetreten, hieß es. „Köln hat einen Schub bekommen“, kommentierte Davis Juda von der Londoner Galerie Annely Juda.

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