Film-Kritik „Der Hobbit 3“
250 Millionen für einen gigantischen Kriegsfilm

Der letzte Teil der „Hobbit“-Trilogie startet. Es ist ein wahrer Kriegsfilm geworden, mit sparsamer Handlung. Die riesige Schlacht sprengt alles, was Hollywood zuvor gesehen hat. Sehenswert, aber nichts für Kinder.
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DüsseldorfSechs Filme und mehr als 15 Jahre hat Peter Jackson in seinen Traum investiert – er hat die Bücher von J.R.R Tolkien auf die Leinwand gebracht. Aus dem, was zuvor als unverfilmbar galt, sind nun zwei epische Trilogien geworden. Am Ende steht der abschließende dritte Teil der „Hobbit“-Saga, „Die Schlacht der fünf Heere“. Künstlerisch kann Jackson darin zwar nicht an seine Höhepunkte anknüpfen, dennoch werden Fans weltweit jede der 144 Minuten wertschätzen – und so schnell nicht mehr vergessen.

Pfeile rauschen nur Millimeter an ihrem Ziel vorbei, Äxte schwingen durch die Luft und treffen krachend ihr Ziel. Dann geht es hoch in die Luft in eine Totalaufnahme der gigantischen, titelgebenden Schlacht. Und das wieder und wieder. Immer wieder. Peter Jackson versteht sein Handwerk als Schlachtenchoreograph, kaum jemand sonst in Hollywood bringt das Getümmel so beeindruckend auf die Leinwand wie er.

Und von dieser Kunst macht der Neuseeländer im letzten „Hobbit“-Streifen ordentlich Gebrauch. Gefühlt die Hälfte des Films wird durch Kampfszenen gefüllt, getreu dem Motto: Handlung wird eh überschätzt. Auch wenn es wirklich viele Luftaufnahmen des titelgebenden Schlachtgetümmels sind – jede lässt einen doch immer wieder staunen.

Es ist ohnehin erstaunlich, wie Jackson es geschafft hat, aus einem knapp 400-seitigen Kinderbuch eine epische Trilogie auf über acht Stunden Spielzeit auszuwälzen. Am Ende des zweiten „Hobbit“-Teils haben die Zwerge und der Hobbit Bilbo Beutlin den überdimensionalen Drachen Smaug aus der früheren und nun wieder eroberten Zwergenheimat Erebor vertrieben.

Nur um dann festzustellen, dass der das gar nicht gut findet. Deswegen fliegt Smaug mit ordentlich Feuer im Bauch auf die von Menschen bewohnte Seestadt zu, um sie in Schutt und Asche zu legen. Das war der spannende Cliffhanger von „Smaugs Einöde“, der die Fan-Gemeinschaft vor einem Jahr wartend zurückließ.

So startet der dritte „Hobbit“ dann auch wenig überraschend, Smaug macht Ernst und lässt nicht viel von der Seestadt und deren Bewohnern übrig. Wer die Feuerwalzen überlebt hat, flüchtet so schnell er kann. In der Festung Erebor wollen die Menschen Unterschlupf finden, wo Zwergen-König Thorin Eichenschild (Richard Armitage) und seine zwölf Gefolgsleute samt Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) immer noch rumhocken.

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