Filmfest Hamburg
Starker deutscher Film

Auf dem Filmfest Hamburg werden in diesem Jahr mit „Ein Freund von mir“ und „Sommer '04 starke deutsche Filme gezeigt. Davon sind die Festivalorganisatoren überzeugt. Sie sehen für die deutschen Produktionen gute Chancen sich international Anerkennung einzusammeln.

HB HAMBURG. Mit der Uraufführung der deutschen Kino- Produktion „Ein Freund von mir“ startet am Donnerstag das 14. Filmfest Hamburg. „Der deutsche Film ist im Moment sehr stark, die Franzosen sprechen sogar von einer nouvelle vague allemand“, sagte Filmfest-Chef Albert Wiederspiel am Mittwoch. „Wir machen immer bessere Filme, wieder mehr Kino und haben mehr Stars. Es bewegt sich was.“ Neben dem Eröffnungsstreifen stehen unter anderem „Sommer '04“ mit Martina Gedeck und „Der Liebeswunsch“ mit Jessica Schwarz auf dem Programm. Insgesamt 131 Filme aus dem In- und Ausland zeigt das Festival bis zum 12. Oktober. Als Höhepunkt gilt die Verleihung des Douglas-Sirk-Preises an den französischen Schauspieler Gérard Depardieu (57). Der Preis wird Depardieu am 10. Oktober vor der Präsentation seines Films „Quand j'étais chanteur“ überreicht.

Die Auswahl ist den Festivalmachern in der Hansestadt diesmal schwer gefallen. „Das war ein relativ schwaches Filmjahr, was sich aber bereits auf anderen Festivals wie in Cannes oder Toronto angedeutet hat“, meinte Wiederspiel und fügte hinzu: „Bei Filmen ist es wie bei Weinen - mal gibt es gute Jahrgänge, mal schlechte. Nur: Beim Wein liegt es an der Sonne und am Regen, beim Film weiß man nicht, woran es liegt.“ Dennoch bedeute diese Entwicklung nicht, dass zwangsläufig auch das Festival schwächere Filme zeige. „Wir mussten nur viel mehr Filme - über 1000 - sichten, um fündig zu werden.“

Filme aus 34 Ländern haben den Sprung ins Festivalprogramm geschafft, darunter 94 Spiel-, 16 Dokumentar- und 21 Kurzfilme. Wichtigstes Thema für viele Regisseure sei nach wie vor die Familie, berichtete Wiederspiel. „Sie nutzen die Familie als Mikrokosmos, um auf diese Weise Konflikte und Kriege zu thematisieren“. Auffällig sei auch, dass oftmals wahre Einzelschicksale Stoffe für Filmemacher lieferten. So ist in Hamburg unter anderem die finnische Tragikomödie „Matti - Hell is for Heroes“, für den das mitunter „irreale Leben“ des Skispringer Matti Nykänen die Vorlage bot. Speziell den finnischen Filmemachern ist diesmal die Sektion „Deluxe“ gewidmet.

Einen großen Anteil machten inzwischen auch Dokumentarfilme aus, sagte Wiederspiel. „Auf sie kann kein Festival mehr verzichten. Der Dokumentarfilm erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance.“ Besonders stark sei Israel vertreten. Auffällig sei, dass israelische Filmemacher sehr kritisch den eigenen Land gegenüber sind, erläuterte der Filmfest-Chef.

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