Filmfestspiele in Cannes
„Sakrileg“ fällt bei Weltpremiere durch

Der Auftakt war nicht gerade Ideal: Mit „Sakrileg - The Da Vinci Code“ wurden die Filmfestspiele von Cannes eröffnet. Nachdem schon die Presse kein gutes Haar an der vom Vatikan heftig angefochtenen Roman-Verfilmung gelassen hatte, ist der Film auch bei der Premiere zerrissen worden.

HB CANNES. Kritiker bezeichneten den zum Auftakt des Festivals gezeigten Film am Mittwoch unter anderem als „langatmig“ und „düster“. Der Wirbel um die Produktion und die Tatsache, dass mehr als 40 Millionen Bücher des gleichnamigen Bestsellers von Dan Brown verkauft worden sind, würden den Film aber wohl dennoch zum Kinoschlager machen.

„Zu viel Schuld, zu wenig Genuss“, strafte der Filmexperte vom „Hollywood Reporter“, Kirk Honeycutt, den außer Konkurrenz laufenden Streifen ab. Tom Hanks' Verkörperung der Hauptfigur Robert Langdon habe hölzern gewirkt. Die langen Passagen mit religiösen und historischen Debatten habe er zudem als mühselig empfunden, fügte Honeycutt hinzu. Auch sein Kollege von „Screen International“, Lee Marshall, fand keine versöhnlichen Worte.

Die Handlung sei nur schleppend voran gekommen. „Und zwischen Audrey Tautou und Tom Hanks gab es schlichtweg überhaupt keine Chemie.“ Dagegen fand Lou Lumenick von der „New York Post“ lobende Worte. Der Film sei so unwiderstehlich wie das Buch.

Schon der Roman hatte für gehörigen Wirbel gesorgt: Christengruppen und allen voran der Vatikan haben zu einem Boykott aufgerufen. Der Bestseller schildert die Geschichte einer Verschwörung, wonach die Katholische Kirche über Jahrhunderte vertuschen wollte, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und mit ihr ein Kind zeugte. Ihre direkten Nachkommen sollen demnach noch leben.

Hanks nahm den Film am Mittwoch in Schutz. „Das ist keine Dokumentation“, sagte er. „Das ist nicht etwas, das hochgehoben wird und das erklärt: „Dies sind die Fakten und so ist es passiert'.“ Der homosexuelle Schauspieler Ian McKellen, der Leigh Teabing spielt, erklärte, er glaube sehr gerne, dass Jesus verheiratet gewesen sei. „Ich weiß, dass die Katholische Kirche Probleme mit Homosexuellen hat und ich habe mir gedacht, dass das der absolute Beweis wäre, dass Jesus nicht schwul war.“

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