Filmkritik „Zeit der Kannibalen“
Gierige Berater verderben die Welt

Geht die Welt an Profitmache zugrunde? Firmenberater bezahlen Zimmermädchen für Sex, verschieben Millionen beim Frühstück und feuern Menschen vom Hotel aus. Die Globalisierungs-Groteske „Zeit der Kannibalen“ schockt.
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DüsseldorfDas ganze Jahr über reisen die Unternehmensberater Frank Öllers (Devid Striesow) und Kai Niederländer (Sebastian Blomberg) von einem Entwicklungsland ins nächste, um ihrer weltweit agierenden „Company“ den größtmöglichen Profit zu sichern.

Ob nun in Indien, Nigeria oder sonst wo – ohne einen Blick auf die Menschen zu werfen, feuern die beiden Bluthunde heimische Mitarbeiter und verschieben Investitionsvolumen von mehreren hundert Millionen Euro während des Frühstücks.

Dabei verweilen die beiden nur in ihren Luxushotels und haben kein Interesse, das Land kennenzulernen – wofür auch, ist ja eh alles versmogt und zu heiß. Die Welt hinter den Milchglasscheiben ist bedeutungslos. Das ist der Kern der Groteske "Zeit der Kannibalen", die ab dem heutigen Donnerstag bundesweit in den Kinos anläuft.

Dabei verfolgen die beiden Hauptakteure ihren Masterplan: endlich Partner in der „Company“ werden. Denn wenn bis Mitte dreißig nicht die finale Beförderung kommt, wird man aussortiert. Das ist das eherne Gesetz der Branche. „Up or Out“.

Als dann plötzlich ihr Kollege Hellinger befördert wird, scheinen Öllers und Niederländer am Ende. Zusätzlich macht ihnen ab da auch noch die junge Kollegin Bianca (Katharina Schüttler) das Leben schwer, die die eingespielte Herrenpartie durcheinanderwirbelt. Doch als Hellinger plötzlich aus dem Fenster springt und die Firma vor dem Verkauf steht, droht die Lage zu eskalieren.

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„People, Profit, Planet!“

Kommentare zu " Filmkritik „Zeit der Kannibalen“: Gierige Berater verderben die Welt"

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  • Ich bin froh, dass es solche Filme gibt. Sie sind vielleicht das einzige Mittel, um das alternde, Ruhe bedürftige Volk ein wenig wach zu rütteln. Aus dem deutschen Adler ist eine dicke fette Henne geworden.

  • Ich bin froh, dass es solche Filme gibt. Sie sind vielleicht dass einzige Mittel, das alternde ruhebedürftige Volk ein wenig wach zu rütteln.Aus dem deutschen Adler ist eine dicke fette Henne geworden.

  • Man muss sich doch sehr über die Qualität dieses Artikels wundern. Da wird ein Film über "Firmenberater" rezensiert und mit Bildern den Herren von S&K garniert. Die haben ja wohl wenig mit Unternehmensberatung zu tun gehabt. Super recherchiert scheint mir, da wurde das ganz dicke Brett gebohrt.
    Das Handelsblatt sollte sich endlich entscheiden, ob es Boulevard Presse oder ernst zu nehmenden Wirtschaftsjournalismus machen möchte.

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