Filmpreise der Hollywood-Auslandspresse
Vier Golden Globes für die schwulen Cowboys

Unkonventionell, umstritten - und nun ein „Abräumer“: Die Cowboy-Liebesgeschichte „Brokeback Mountain“ ist von der Hollywood-Auslandspresse mit vier Golden Globes bedacht worden. Es war nicht der einzige prämierte Film, der sich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzte.

HB BEVERLY HILLS. Der Film über eine homosexuelle Beziehung im Wyoming der 60er Jahre, der sieben Mal nominiert war, wurde von etwa 80 Auslandsjournalisten in Hollywood in der Nacht zum Dienstag zum besten Film in der Kategorie Drama, für die beste Regie (Ang Lee), für das beste Drehbuch (Larry McMurtry und Diana Ossana) und für den besten Filmsong („A Love That Will Never Grow Old“) prämiert. Der unkonventionelle Western mit Heath Ledger und Jake Gyllenhaal in den Hauptrollen kommt in Deutschland am 9. März in die Kinos.

„Brokeback Mountain“ wird zurzeit mit Preisen überhäuft, unter anderem gewann er den „Goldenen Löwen“ von Venedig. Doch Kirchen und konservative Gruppen in den USA haben ihn scharf kritisiert und dem Regisseur vorgeworfen, „mit raffinierten Mitteln“ einen homosexuellen Lebensstil zu propagieren. Der Film setzte sich unter anderem gegen George Clooneys „Good Night, and Good Luck“ über die Kommunistenverfolgung im Amerika der 50er Jahre und gegen den Woody-Allen-Film „Match Point“ durch.

Das Thema Homosexualität und Transsexualtität zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Als beste Darstellerin im Bereich Drama wurde Felicity Huffman ausgezeichnet, die in „Transamerica“ einen transsexuellen Mann vor einer Geschlechtsumwandlung spielt. Nominiert war Huffman auch für für ihre Darstellung in der Fernsehserie „Desperate Housewives“, ging dabei aber ebenso wie ihre Serienkolleginnen Marcia Cross, Teri Hatcher und Eva Longoria leer aus. Die „Housewives“ erhielten jedoch den Preis als beste TV-Serie im Bereich Komödie.

Die Trophäe für den besten Hauptdarsteller gewann Philip Seymour Hoffman für seine Verkörperung des homosexuellen Schriftstellers Truman Capote. Als bester Film in der Kategorie Musical und Komödie erhielt die Johnny-Cash-Biographie „Walk the Line“ einen Golden Globe. Die beiden Hauptdarsteller des Films, Reese Witherspoon und Joaquin Phoenix, erhielten den Preis als beste Schauspieler. Als bester ausländischer Film wurde der palästinensische Streifen „Paradise Now“ ausgezeichnet.

Zum besten fremdsprachigen Film wählten die Auslandsjournalisten die palästinensische Produktion „Paradise Now“ über zwei Selbstmordattentäter. George Clooney erhielt den Golden Globe als bester Nebendarsteller für seine Rolle als CIA-Agent Robert Barnes in dem Thriller „Syriana“, der sich kritisch mit den Praktiken amerikanischer Ölgesellschaften auseinander setzt.

Mit Spannung sieht die Filmbranche nun den Oscar-Nominierungen am 31. Januar und der Oscar-Verleihung am 5. März entgegen. Sollte „Brokeback Mountain“ dabei seinen Triumphzug fortsetzen, wäre es das erste Mal, dass ein Film mit dem Hauptthema Homosexualität die Oscars dominiert.

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