Filmrezension „Frau Müller muss weg“
Im Klassenzimmer liegen die Nerven blank

Eltern gegen Lehrerin: Eine Karrierefrau, ein Yuppie-Ehepaar, ein Jammer-Ossi und eine Einserkind-Mama wollen in der Grundschule gründlich aufräumen. Warum die neue Schulkomödie von Sönke Wortmann sehenswert ist.
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DüsseldorfSpätestens seit „Fack ju Göhte“ wissen Produzenten wieder, dass sich mit Schulkomödien ein Haufen Geld machen lässt. Die sind zudem meist schnell und ohne größeren (Kosten-)Aufwand abgedreht und sprechen automatisch ein potenziell riesiges Publikum an.

Der Schulpflicht sei Dank fühlt sich ja praktisch jeder vom Thema angesprochen. Während „Fack ju Göhte“ jedoch eher eine jüngere Zuschauerschaft ansprach, versucht es Regisseur Sönke Wortmann nun quasi mit der Version für Erwachsene.

„Frau Müller muss weg“ heißt sein Werk, das den ganz normalen Wahnsinn an deutschen Grundschulen zeigt. Dort müssen sich die Lehrer nämlich gar nicht so sehr mit ihren Schülern herumschlagen, die wirklichen Plagegeister sind die Eltern.

Die bringen ihre kleinen Schätze mit dicken SUVs jeden Morgen zur Schule und bis in den Klassenraum, ein kleiner „Plausch“ mit den Lehrern darf auch nicht fehlen. Solche „Helikoptereltern“ machen ihren Nachwuchs zu Prestigeprojekten, deren Erfolge den eigenen Status widerspiegeln. Dumm nur, wenn die Lehrer nicht die gewünschten guten Noten verteilen. Dann gibt es Krieg im Klassenzimmer.

„Frau Müller muss weg“ basiert auf dem Theaterstück von Lutz Hübner, der auch am Drehbuch für den Film mitgeschrieben hat. An einem Samstag marschieren fünf gefrustete Eltern in das Dresdner Klassenzimmer ihrer Sprösslinge, die zusammen die vierte Klasse besuchen.

Das Übergangszeugnis steht an, doch zuletzt verteilte Klassenlehrerin Frau Müller (Gabriele Maria Schmeide) eher bescheidene Noten, plötzlich bangen die ehrgeizigen Eltern um die prestigeträchtige und eigentlich längst eingeplante Versetzung ihrer Kinder aufs Gymnasium.

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