„First imitate, then innovate“
Mäuse, Mode und Museum

Vivienne Westwood ist der erste Design-Star, dem das Londoner Victoria and Albert Museum eine Ausstellung widmet.

Nun schlägt’s 13! Die Uhr rennt rückwärts über das Rund mit der zusätzlichen Ziffer an der Front von „World’s End“. Ihre Boutique nannte Vivienne Westwood auch schon „Too Fast To Live, Too Young To Die“ oder schlicht „Sex“. Wenn sie mit Mode Mäuse macht, steht schon mal ein Käfig mit Ratten neben der Kasse. In dem engen, voll gestopften Shop an Londons Kings Road sind die Glühbirnen nackt, und der Holzfußboden ist so schräg wie die Mode der britischen Mode-Queen: phantasievolle Fummel zu unfairen Preisen, eben Kult kombiniert mit Kommerz.

Die einen finden ihre Kleider untragbar, die anderen die ganze Person unerträglich, das Fachblatt „Women’s Wear Daily“ zählt sie zu den sechs bedeutendsten Modeschöpfern der Welt. Deshalb ist sie wohl auch die meistkopierte Designerin, die aber auch abkupfert – bewusst und selbstbewusst: Wenn sie Kostüme aus allen Epochen schneidert, zerreißt sie die Regeln und setzt sie gekonnt wieder zusammen, zitiert und drapiert getreu ihrem Slogan: „First imitate, then innovate“.

Das versucht sie auch ihren Schülern beizubringen. Die einstige Grundschullehrerin ist schon über zehn Jahre Professorin an der Berliner Hochschule der Künste. Die Formel, die sie ihren Eleven einbläut, taugt auch für andere Professionen: „Lese – beobachte – denke“. Sie verlangt viel von den Modemachern von morgen, scheucht sie in Kunstgalerien, kritisiert gnadenlos: „Hausfrauenlook“ ist noch das harmloseste. Dafür wird sie verehrt und gefürchtet.

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