Fotoauktionen Paris
Internationale Einkaufsquelle

In Paris kommen von Jahr zu Jahr mehr Fotografien unter den Hammer. Positiv wirkt sich dabei das gute Timing mit der Messe „Paris Photo“ aus. In diesem Jahr setzten die Versteigerer fast 10 Millionen Euro um.
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ParisBei den Fotoversteigerungen in Paris wurden jüngst auf 13 verschiedenen Veranstaltungen 9.6 Millionen Euro umgesetzt. Insgesamt waren acht Auktionshäuser beteiligt. Sie alle konnten von der Anziehungskraft der Fotomesse „Paris Photo“ und dem allgemein wachsenden Interesse für das Medium Fotografie profitieren.

Mit drei Auktionen und einem Gesamtergebnis von 4,5 Millionen Euro hält Christie's die Spitzenposition. Angaben des Christie’s-Experten Matthieu Humery zufolge kommen noch ca. 60.000 Euro für Nachverkäufe dazu. Das Angebot der ersten Auktion setzte sich aus dem Restlager der Pariser Galeristin Agathe Gaillard zusammen. Sie war in den 1970er-Jahren die erste Händlerin, die sich in Frankreich auf Fotografie spezialisierte. Ohne ein echtes Highlight summierten sich die Einnahmen für 99 Lose auf 463.775 Euro. 147 Lose waren angeboten worden. Auffällig war die hohe Rückgangsquote von 33 Prozent. Bei einigen anderen Pariser Auktionatoren ging sogar fast die Hälfte der Lose  zurück. Die kurante Ware begeisterte weder den dünn besetzten Saal noch die Telefonbieter.

„Guter Mundgeruch“

Am besten schnitt Christie's mit der modernen Fotografie, inklusive 19. Jahrhundert und Nachkriegsfotografie ab. Sie erzielte am 16. November 2,9 Millionen Euro. 91 von 113 Losen wurden verkauft. Man Rays Fotografie über das Wortspiel „Belle Haleine, Eau de Voilette“ (wortwörtlich: Guter Mundgeruch, Wasser-Schleier) von 1920 war einem anonymen Telefonbieter 265.500 Euro wert.

Der höchste Zuschlag der Saison galt Hiroshi Sugimotos Konvolut von 27 Porträts historischer Persönlichkeiten aus dem Wachsfigurenkabinett in London. Christie’s nahm für die nur in einem Abzug angefertigten Silbergelatineprints 481.500 Euro ein. Ein anonymer Telefonbieter übernahm die Porträts bei einem Hammerpreis von 400.000 Euro zur unteren Taxe, nachdem der Saal bei 350.000 Euro passte.

Einen Künstlerrekord verbuchte Christie’s mit Robert Polidoris  „Green Car“ von 1997. Ein Europäer bewilligte am Telefon 55.500 Euro für „Green Car“ von 1997. Der Künstler, der es mit einer Arbeit auf den Umschlag des Sotheby’s-Katalogs schaffte, wurde von Karsten Greve auf der „Paris Photo“ zu Preisen zwischen 21.000 bis 39.000 Euro offeriert.

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