Fotografie: Abseits vom Kunstmarktboom

Fotografie
Abseits vom Kunstmarktboom

Unikate gehören zu den meist begehrten Fotoarbeiten der abgelaufenen Auktionssaison in Deutschland. Alle Spitzenzuschläge bleiben jedoch im fünfstelligen Eurobereich. Ein kundenfreundlicher Internetauftritt wird im Kampf um Einlieferer und Bieter immer wichtiger.
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BonnDer Auktionsmarkt für Fotografie in Deutschland will – anders als die Boombranchen Moderne und zeitgenössische Kunst – nicht so richtig in Schwung kommen. Dabei mischen beim meist umsatzstärkeren Herbstgeschäft nur drei Traditionshäuser mit, Marktführer Villa Grisebach sowie Bassenge in Berlin und in Köln Lempertz. Keine große Öffentlichkeit sucht der kleine Spezialanbieter Altenburg Photographie Auktionen in Berlin, der zwei Mal im Jahr, im Mai und November, eine überschaubare Zahl von Losen, insbesondere ostdeutsche und osteuropäische Fotokunst versteigert. Ergebnislisten werden nicht publiziert und der Online stehende Katalog wird nach spätestens sechs Wochen vom Netz genommen.

Akt mit Giraffe

Am besten lief es im abgelaufenen Jahr noch für die Villa Grisebach, die mit 255 Losen 655.250 Euro Umsatz machte, 110 Prozent nach Wert. Das sind für hiesige Verhältnisse bei einer Zuschlagsquote von 72 Prozent sehr gute Werte. Dabei sorgte wieder einmal der Wildnis-Fotograf Peter Beard mit seinen phantasievoll überarbeiteten Schwarzweißbildern für die stärksten Preise.

Das Bildnis einer schönen jungen Schwarzen (1987) übernahm ein deutscher Sammler für 37.500 Euro, zum Doppelten der oberen Taxe. Ebenfalls in eine deutsche Sammlung geht für 36.250 Euro die etwas höher geschätzte, im selben Jahr fotografierte Komposition mit Akt und Giraffe (Abzug 1998). Besser schneiden in Deutschland nur die niedlichen Raubkatzenbilder ab, von denen Grisebach im Herbst 2013 ein Exemplar für 43.750 Euro abgeben konnte. Die Rekordmarken für Beard setzten bislang die großen US-Häuser, wo die Umsätze für begehrte Motive öfter im sechsstelligen Bereich liegen.

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