Fotografie
Großaufgebot von Hajek-Halke floppt

Sotheby's hat das Interesse am Werk von Heinz Hajek-Halke zu hoch eingeschätzt. Von 78 Doppel-Belichtungen ließen sich nur 35 absetzen. Dennoch gibt es einen Weltrekordpreis von 39.150 Euro für den deutschen Fotopionier.
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ParisSotheby’s Paris hat einen neuen Termin für seine Fotoauktionen eingerichtet. Am 10. Mai hielt sogar Europa-Direktor Philipp von Württemberg den Hammer. Doch es fanden sich nur fünfzehn bis zwanzig Bieter und Beobachter im Auktionssaal ein. Ein schlechtes Vorzeichen. Das neue Auktionsdatum müsse sich erst besser in den Auktionskalender einbetten, um auch mehr „Laufpublikum“ anzuziehen, versuchte Sotheby's neue Europa-Direktorin für Fotografie, Simone Klein, das geringe Interesse zu erklären.

Tratsch unter Männern

Sotheby's war mit dem 78-teiligen Auktions-Katalog, der dem deutschen Fotopionier Heinz Hajek-Halke (1898-1983) ein Risiko eingegangen. Zwar ein kalkuliertes Risiko, aber eines, dessen Kalkül nicht aufging. Im November 2010 hatte Sotheby's in Paris zwölf Fotomontagen von Hajek-Halke angeboten und elf Lose im Preisbereich von 1.800 bis 35.000 Euro abgegeben. Diesmal konnten nur 35 Abzüge von 78 der überblendeten Hajek-Halke-Montagen für insgesamt 291.175 Euro zugeschlagen werden. 43 Vintage-Prints - das sind Abzüge aus der Zeit der Belichtung - blieben unverkauft. Immerhin legt Sotheby's einen Weltrekord des Fotokünstlers mit 39.150 Euro für „Die üble Nachrede“ von 1932 fest. Eine Fotomontage, der Hajek-Halke einen Frauenakt diagonal unterlegte, während er im Vordergrund drei elegante Herren mit Zylindern ablichtete, die ein Dreieck formieren. Am oberen Rand stehen die wartenden Limousinen. Es scheint als würden sich die Herren das Maul zerreißen über eine Frau. Der Fotografie-Berater Kevin Moore erwarb das auf 8.000 bis 12.000 Euro taxierte Foto am Telefon für einen Sammler in San Francisco.

Amerikanische Käufer, sowohl aus den USA wie aus Kanada, waren laut Simone Klein die aktivsten Telefonbieter, auch bei der anschließenden zweiten Fotoauktion, die zusätzliche 1.153.425 Euro einbrachte. Laut Klein boten auch Interessenten aus dem Nahen und Fernen Osten per Telefon. Eine Ausstellung in New York mit einer Auswahl des Angebotes stieß im Vorfeld auf rege Nachfrage. Die Fotofreaks, die sich zum üblichen Auktionstermin im November während der Fotomesse PARIS PHOTO in Paris befinden, konnten quasi zu Hause die Fotos vorbesichtigen.

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