Fotografie: „Wir stehen an einem Wendepunkt“

Fotografie
„Wir stehen an einem Wendepunkt“

Das NRW-Forum Düsseldorf zeigt in seiner nächsten Ausstellung Foto-Künstler von morgen. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht Direktor Werner Lippert über neue Trends in der Fotografie.
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Handelsblatt: Wie entstand „State of the Art Photography“?

Werner Lippert: Ich bemerkte, dass der Einfluss der ‚Düsseldorfer Fotoschule’ plötzlich wie weg war. Steckte dahinter eine neue fotohistorische Entwicklung? Ja, wir sind heute an einem Wendepunkt. Das ergab auch die Recherche von sieben bekannten Foto-Experten, die wir um ihre Vorschläge baten.

Die Auswahlkriterien?

Welche Fotografen werden die Diskussion in Kürze bestimmen? Unabhängig vom Alter.

Worin unterscheiden sich die Exponate von den marktbeherrschenden Großformaten von Thomas Ruff, Thomas Struth und Andreas Gursky, den Hauptvertretern der Düsseldorfer Fotoschule?

Die neue Generation lehnt die Objektivität der Becher-Schule ab. Sie verbannt das Serielle und bedient sich in vollkommener Angstlosigkeit bei historischen Vorbildern. Sie arbeitet in allen Formaten, abhängig vom Thema.

Was ist Fotografie heute?

Fotografie ist Kunst, nicht mehr nur Dokumentation oder Abbild. Unsere Ausstellung zeigt die Verlagerung ins Bildnerische sehr deutlich.

Was fällt auf?

Viele Arbeiten sind erzählerisch. Das Duo Wassinklundgren zeigt zum Beispiel immer den zweifachen Blick auf eine Straßenszene. So wie die Passanten präsentiert werden, lösen sie im Kopf des Betrachters einen Film aus. Sie provozieren die W-Fragen: wer, was, warum, wohin.

Gibt es einen spezifischen Blick der jungen Generation?

Nein, man kann sie nicht alle über einen Kamm scheren. Aber was sie verbindet, sind die Inhalte, die Denk- und Herangehensweisen, die Gefühle, die gezeigt werden.

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„Wir stehen an einem Wendepunkt“

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Die Konkurrenz der Fotokünstler liegt in der Malerei

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