Fotomarkt
Schwarzweiß-Klassiker machen gute Preise

Die Stimmung auf dem deutschen Auktionsmarkt für Fotografie hat sich verbessert. Gute Preise für herausragende Schwarzweiß-Klassiker stützen die Ergebnisse. Das Gros des Angebots bleibt jedoch häufig unter den Schätzpreisen.
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KÖLN. Ein bisschen Licht sehen die deutschen Fotoversteigerer am Ende eines Jahres, von dem sich allerdings niemand zu viel versprochen hatte. Immerhin zeichnet sich nach den schwachen Auktionen im vergangenen Herbst und Frühjahr wieder ein leichter Aufwärtstrend ab, auch wenn die Ergebnisse der deutschen Fotoversteigerer sämtlich unter der magischen Schallgrenze von 500.000 Euro hängen blieben. Die müssten sie in ihren Büchern stehen haben, wenn sie etwas verdienen wollen, hieß es schon vor neun Jahren. Damals glaubten noch alle fest an kontinuierliches Wachstum.

Symptomatisch ist der letztlich enttäuschende Zuspruch auf die von Bassenge in Berlin moderat getaxte Porträt-Daguerreotypie, die Carl Ferdinand Stelzner 1848 von dem bewaffneten Berufsrevolutionär und Literaten Harro Harring anfertigte. Dieses Motiv eines Kosmopoliten hätte allein schon aus historischen Gründen über Deutschland hinaus auf Interesse stoßen müssen. Tat es aber nicht, auch nicht bei den Museen. In Erscheinung trat einzig die nordfriesische Harring-Gesellschaft, die den literarischen Nachlass des hartgesottenen Schöngeistes verwaltet. Die aber machte dem am Ende siegreichen Münchener Privatsammler (mutmaßlich Dietmar Siegert) keine ernsthafte Konkurrenz; und so fiel für das monumental inszenierte Bildnis schon bei 19.000 Euro der Hammer (Taxe 15.000).

Amerikaner nehmen deutsche Top-Künstler ins Visier

Insgesamt ließ sich das von Bassenge mit Erfolg gehegte Segment der 19. Jahrhundert-Fotografie am 2. Dezember aber recht flüssig absetzen. Bei Lempertz in Köln fand am 4./5. Dezember knapp die Hälfte der umfangreichen Passage von Photogravüren aus der legendären Zeitschrift Camera Work einen Käufer. Hier stach vor allem amerikanischer Handel hervor - allerdings nur bei den großen amerikanischen Namen wie Paul Strand, Edward Steichen und Alfred Stieglitz. Amerikanisches Begehren, das sich aufgrund des schwachen Dollars schon eine Weile in Grenzen hält, richtet sich aber zunehmend auch auf deutsche Klassiker. Die Preise dafür sind aus US-Sicht und im Vergleich mit den amerikanischen Top-Künstlern noch immer günstig.

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