François Morellet
Wie Neonröhren zum Ausdrucksmittel werden

Der Franzose François Morellet ist ein Pionier, was die Integration von  Industrieprodukten in die Kunst betrifft. Der muntere Vater der Op Art ist jetzt in zahlreichen Museums-, Galerie- und Messeausstellungen präsent.
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ParisIn seinem 85. Lebensjahr feiert der Kunstbetrieb den französische Künstler François Morellet enthusiastisch. Er taucht gleichzeitig im Centre Georges Pompidou und in den Pariser Galerien Kamel Mennour und Aline Vidal auf sowie an etlichen Ständen der Kunstmesse „ArtParis“.

Dadaistischer Humor

Der 1926 geborene François Morellet arbeitet seit sechzig Jahren an einem Werk, das die geometrische Abstraktion mit dem systematisch eingesetzten Zufall vereint. Es gelingt ihm, dadaistischen Humor, Ironie und Lebenslust in seine ausschließlich abstrakte Malerei, seine Installationen und Interventionen im Stadtraum zu integrieren. Morellet betrat die Kunstgeschichte, als er 1960 die Pariser „Forschungsgruppe der visuellen Kunst“ (GRAV= Groupe de Recherche d'Art Visuel) mitgründete, die die Op-Art weiter entwickeln sollte.

Die Schönheit der Neonröhre

Das Museum Centre Georges Pompidou präsentiert eine Retrospektive mit nur 26 Morellet-Werken unter dem Titel „Réinstallations“ (bis 4. Juli). Die beiden Kuratoren, Alfred Paquement, Museumsdirektor im Centre Pompidou, und Serge Lemoine, zuletzt Direktor des Musée d'Orsay, stellen die „Installationen“ in den Mittelpunkt, weil Morellet zu den Pionieren der dreidimensionalen Abstraktion zählt. Morellet ist auch ein Vorreiter in Sachen Industrie-Materialien. Neonröhren, Klebebänder oder Metallplatten sind quasi zum Markenzeichen seiner ungegenständlichen Kunst geworden.

Strenge und Frechheit

„François Morellet gelingt das Paradox, die geometrische Abstraktion, die man als streng, in jedem Fall als rigoros einschätzt, mit der Freiheit und der Frechheit der Künstler seit Dada zu vereinen, denen es gelang, die etablierten Normen über den Haufen zu werfen,“ so Alfred Paquement. Morellets humoristische Seite kommt besonders in den Titeln seiner Werke zum Tragen, da er häufig Wortspiele erfindet. „Meine Titel können viel leichter eine Botschaft übermitteln als meine Werke, die nämlich keine Aussage enthalten“! behauptet der Künstler.

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Fragile Poesie aus weißem Neonlicht

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Treppenwitz im Louvre

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