Frankfurt am Main
Reinhard Jirgl wird neuer Stadtschreiber von Bergen-Enkheim

Der in der DDR aufgewachsene Schrifsteller Reinhard Jirgl ist zum Stadtschreiber von Frankfurt-Bergen-Enkheim berufen worden. Sprachmächtiger sei seit Alfred Döblin und Arno Schmidt nicht mehr gedichtet worden, lobte die Jury.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der 54-Jährige wird an diesem Freitag neuer Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. Jirgl habe in seinen Romanen eine „literarische Archäologie und Besichtigung der deutsch-deutschen Vergangenheit und Gegenwart vorangetrieben“, hatte die Jury des traditionsreichen Kulturpreises ihre Wahl begründet. Bergen-Enkheim hatte vor mehr als 30 Jahren als bundesweit erster Ort das Amt des „Stadtschreibers“ geschaffen.

Als 34. Stadtschreiber kann Jirgl in Bergen in einem Haus ein Jahr wohnen und arbeiten. Das Preisgeld wurde in diesem Jahr von 15 500 auf 20 000 Euro aufgestockt. Jirgl, der in Berlin lebt, folgt auf Ingomar von Kieseritzky. Der in Ostberlin geborene Jirgl konnte seine Bücher in der DDR nicht veröffentlichen. Erst nach der Wende wurden seine Romane publiziert. „Seine Landschafts-, Gesellschafts- und Menschendarstellungen sind ebenso realistisch wie visionär, ebenso verstörend wie suggestiv“, meinte die Jury in Bergen-Enkheim. Sprachmächtiger sei in Deutschland seit Alfred Döblin und Arno Schmidt nicht mehr gedichtet worden. Jirgl hat inzwischen zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Alfred-Döblin-Preis und den Joseph-Breitbach-Preis.

Der Jury in Bergen-Enkheim gehören neben Bürgern und dem scheidenden Stadtschreiber Kieseritzky auch die Autoren Peter Bichsel und Peter Härtling an, die beide ebenfalls schon das Amt in Bergen- Enkheim innehatten.

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