Frankfurter Buchmesse
Die neue Vernunft in der Bücherwelt

Die 57. Frankfurter Buchmesse geht an diesem Sonntag zuende. Die Verlage vermelden gute Geschäfte. Sogar die Bücherbastion USA sei genommen worden. Etliche europäische Romane werden demnächst jenseits des großen Teichs zu lesen sein.

HB FRANKFURT. Die weltweite Leitmesse für alles rund ums Buch war - trotz des Rummels in den Gängen - geprägt von konzentriertem, unaufgeregtem Arbeiten. Den Spagat zwischen Fach- und Publikumsmesse, der nicht jedes Jahr problemlos gelingt, schaffte die riesige Bücherschau dieses Mal souverän. Die Verleger und Händler machten gute Geschäfte, das Publikum hatte Spaß mit Stars und Prominenten aus Literatur, Film und Fernsehen - Brot für die einen, Spiele für die anderen. Auch das Gastland Korea erlebte ein immenses Interesse an seiner Präsentation.

Eine im Vergleich zu Vorjahren "lebendigere" Messe war es für Piper-Verleger Wolfgang Ferchl: "Es gab eine Menge interessante Titel, aber kein Prügeln um Lizenzen." Er registrierte ein gewachsenes Interesse von US-Verlagen: "Die Amerikaner sind etwas aufgeschlossener europäischen Romanen gegenüber geworden, auch deutschen Titeln." Bislang war der Rechtehandel mit den USA eine Einbahnstraße. Zahlreiche US-Titel wurden ins Deutsche übersetzt, andersherum jedoch kaum. Nach Einschätzung des Vize-Präsidenten des europäischen Verlegerverbands, Jonas Modig, ist auch der Rechtehandel innerhalb Europas etwas in Schwung gekommen.

Wettbieten um angebliche Spitzentitel, deren Rechte früher auf der Buchmesse zu teils völlig überzogenen Preisen versteigert wurden, gibt es in Frankfurt inzwischen seltener. "Das Vergnügen an diesem Irrsinn ist vielen vergangen", meint Hanser-Verleger Michael Krüger. Nach Einschätzung von Piper-Verleger Ferchl haben viele Verlage erkannt, dass gegenseitiges Überbieten und übereilte Abschlüsse auf der Grundlage nur weniger Kapitel oder eines knappen Exposés teure Konsequenzen haben können: "Wenn man dem Hype folgt und schnell zuschlagen muss, macht man leicht Fehler."

Nach Einschätzung des Verlagsleiters von Hoffmann und Campe, Günter Berg, blicken viele Verlage inzwischen wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Die Stagnation der vergangenen Jahre habe die Branche zu einem "Gesundschrumpfungsprozess" gezwungen. "Sie überlegen sehr genau, was sie für Bücher machen, welche Titel realistische Chancen haben." Infolgedessen würden insgesamt weniger Bücher "und vor allem keine C-Titel mehr" auf den Markt geworfen.

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