Frankreich
Sotheby's entthront Christie's

Frankreichs Auktionen haben 2010 2,2 Milliarden Euro umgesetzt, die Hälfte entfällt auf Kunst und Sammelobjekte, sagt der Versteigerungsrat. Er legt die Nettopreise zu Grunde. Das macht Sotheby’s zum hauchdünnen Sieger.
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ParisFrankreichs Versteigerungsrat, der das Auktionswesen reguliert, trägt alljährlich selbst zum Zahlenwirrwarr des Auktionatoren-Rankings bei. Nachdem er die Zahl von 2,2 Milliarden Euro netto für sämtliche freiwillige Auktionen in Frankreich im Jahre 2010 bekanntgab, entthronte der Versteigerungsrat (Conseil des Ventes volontaires), in seiner Jahresumsatztabelle Christie's zugunsten von Sotheby's. In den letzten Jahren stand Christie's in Frankreich unangefochten an erster Stelle. Egal, ob man Bruttopreise (inklusive das von den Käufern zu entrichtende Aufgeld) oder Nettopreise (Hammerpreise) zum Vergleich heranzog.

Das Aufgeld variiert

Der Versteigerungsrat zieht nur Hammer-, d.h. Nettopreise als Berechnungsbasis in Betracht. Unter dem Vorwand, dass das Aufgeld nicht einheitlich geregelt sei. Die Ironie des Schicksals will, dass das Käufer-Aufgeld in Frankreich bis zum Fall des Versteigerungs-Monopols gesetzlich festgelegt war. Es betrug zirka 11 Prozent. Es ist jedoch seit der Zulassung der internationalen Versteigerer in Frankreich - sowie der Gründung des Versteigerungsrates – nicht mehr reglementiert. Zum Hammerpreis kommen maximal 29,9 Prozent hinzu. Die meisten Auktionatoren praktizieren einen degressiven Prozentsatz, der ab einem Zuschlag von 800.000 Euro 14,66 Prozent beträgt.

Obwohl Christie's mit einem kommunizierten Bruttoumsatz von 176,5 Mio. Euro im Vorjahr das Ranking anführte, gefolgt von Sotheby's mit 175 Mio. Euro, stand Sotheby's laut Versteigerungsrat 2010 mit 144,7 Mio. Euro netto vor Christies's mit 144,3 Mio. netto.

Hochrechnen vs. Niedrigbesteuern

Die Methode des Versteigerungsrates, der Erfassung und Auswertung der Umsatzzahlen an ein Consulting-Büro delegiert, wird seit Jahren in Frage gestellt. Denn die vom Versteigerungsrat veröffentlichten Zahlen beruhen ausschließlich auf den von den Auktionshäusern selbst deklarierten Netto-Umsätzen, von denen die Auktionatoren einen Prozentsatz an den Versteigerungsrat bezahlen müssen. Dass die an die Presse kommunizierten, gelegentlich „aufgewerteten“ Zahlen nicht immer mit den besteuerten, also niedrigeren, übereinstimmen, gehört zur Pikanterie des französischen Systems.

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Sotheby's entthront Christie's

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