Frauen fühlen sich bloßgestellt
Maxim Billers Roman Esra "vor Gericht"

Der Rechtsstreit zwischen dem Schriftsteller Maxim Biller, seiner Ex-Lebensgefährtin und deren Mutter um den autobiografisch gefärbten Roman „Esra“ soll an diesem Mittwoch in zweiter Runde entschieden werden.

HB/dpa MÜNCHEN. Das Oberlandesgericht (OLG) München entscheidet, ob „Esra“ weiterhin in der Originalfassung veröffentlicht werden darf. Die beiden Frauen fühlen sich in dem Werk wegen authentischer Details ihrer Lebensgeschichte bloßgestellt. Das Landgericht München I hatte ihnen in erster Instanz wegen schwerer Eingriffe in ihr Persönlichkeitsrecht zugestimmt (Az.: 9 O 3969/03).

Der beklagte Verlag Kiepenheuer & Witsch hat das Urteil angefochten. Eine Entscheidung gegen Autor und Verlag schränke die künstlerische Freiheit ein und bringe den gesamten Buchmarkt „in eine prekäre Situation“, warnten die Verlagsanwälte schon in erster Instanz.

In der mündlichen Verhandlung hatte das OLG einen Vergleich angeregt. Da durch die Berichterstattung über den Rechtsstreit die Identität der Klägerinnen ohnehin offengelegt sei, empfehle sich eine „andere Regelung“. Eine finanzielle Wiedergutmachung der beiden Klägerinnen lehnte deren Anwalt ab.

Die frühere Freundin taucht in dem Buch als Schauspielerin und ehemalige Bundesfilmpreisträgerin auf, die sie in der Tat war. Ihre Mutter wird im Buch wirklichkeitstreu als Gewinnerin des „Alternativen Nobelpreises“ bezeichnet.

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