Frieze Masters
Eine Messe mit Profil und Charakter

Die parallel zur „Frieze London“ gestartete Messe „Frieze Masters“ hat ihr Debüt glänzend bestanden. Verkaufserfolge verzeichnen vor allem Händler Alter Kunst, weniger die Galerien mit zeitgenössischer Kunst.
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LondonMindestens zwei hochkarätige Picasso-Gemälde im Preisbereich von 8 bis 9 Millionen Dollar und ein Joan Miró-Bild mit einer Preiserwartung von 20 Millionen Dollar gehörten zu den Hochpreis-Transaktionen auf der ersten Londoner Messe „Frieze Masters“. Diese Neugründung schaut mit den Augen von heute auf Alte Kunst und konfrontiert sie mit zeitgenössischer Kunst (s. HB online). Geht man vom einvernehmlichen Lobgesang der Teilnehmer aus, hatte die Messe einen glänzenden Start. Man war sich einig, dass die Messe mit ihre würdigen Ruhe und ihren weiten Korridoren die schönste neue Messe seit Jahren ist und den Londoner Herbst aufregender macht als je.

„Das war genau, was wir in London gebraucht haben. Viele Händler, die nicht dabei waren, werden nun aufspringen wollen, aber die Plätze werden knapp. Die Messeleitung will die Teilnehmerzahl um höchsten zehn Prozent erweitern“, lobte der Zeichnungshändler Lowell Libson.

Die beiden Picasso Spätwerke wurden bei Acquavella und Christoph van de Wege, der Miró von Helly Nahmad verkauft. Sperone Westwater verkaufte aus einer Bruce Nauman One-Man Show eine Installation für über 2 Millionen Dollar, Cheim & Reid konnte eine große Louise Bourgeois-Bronze für 1 Million Dollar und ein Joan Mitchell-Gemälde für 1,5 Millionen Dollar abgeben.

28.000 Erstbesucher

Der Londoner Händlerveteran Nicolas Logsdail von der Lisson Galerie meinte zwar bedauernd, „es war ein bisschen ruhiger als erhofft“ und machte die besseren Geschäfte am Stand auf der Frieze Contemporary 15 Fußminuten entfernt, verkaufte auf der Frieze Masters aber ein Großformat des 2006 gestorbenen John Latham für 150.000 Pfund und sah „mehr ernsthafte Sammler als auf der Contemporary Messe“. Aber ganz so ruhig war es auch wieder nicht: Die Messeleitung meldete 28.000 Besucher, für eine solche neue Messe eine exzellente Zahl. Die eigentliche „Frieze London“, wie die Contemporary Messe nach der Einführung der New Yorker Frieze nun heißt, zählte 55.000 Besucher.

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