Frühjahrsschau
Leipziger Buchmesse goes digital

Das E-Book und die Gefahren der Internetpiraterie stehen im Mittelpunkt der Leipziger Buchmesse. Am ersten Tag der Frühjahrsschau der Bücher haben deutsche Buchhändler und Verlage den Startschuss für den E-Book-Verkauf auf der Online-Plattform "libreka!" gegeben.

HB LEIPZIG. "Etwa 100 000 Bücher sind bereits eingestellt, mehrere 1000 Titel seit heute online zu kaufen", sagte Ronald Schild vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf der Schau, die mit einem riesigen Publikumsandrang startete. Lesen kann man die Bücher auf dem PC oder speziellen Lesegeräten wie dem E-Reader von Sony. Den hatte der japanische Elektrokonzern am Mittwoch auf dem deutschen Markt eingeführt.

Zur Einführung der elektronischen Bücher kündigte der Buchhandel massenhaft Klagen gegen Raubkopierer an. "Wir werden in aller Schärfe gegen den illegalen Download, gegen den Diebstahl im Internet, vorgehen" und "die Gerichte mit tausenden von Verfahren beschäftigen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis. "Die Politik zwingt uns zu diesem Schritt." Sie neige zur Bagatellisierung dieses "organisierten Verbrechens". Um die Internetnutzer, die sich strafbar machen, ausfindig zu machen, solle "der Auskunftsanspruch auf den konkreten Namen des illegalen Down- oder Uploaders" genutzt werden, sagte Skipis. Bevor ein Strafverfahren eingeleitet wird, solle der Nutzer ein oder zwei Verwarnungen per E-Mail erhalten.

Auch die Hörbuch-Branche sieht sich mehr und mehr von der Internet-Piraterie bedroht. "Jedes andere Land unternimmt mehr für den Schutz des Urheberrechts als Deutschland", sagte die Verlagsleiterin des Marktführers Der Hörverlag (München), Claudia Baumhöver der dpa. "Als wir zum Beispiel den letzten Harry-Potter-Band mit Rufus Beck als Sprecher mit 80 000 Exemplaren ausgeliefert hatten, gab es im Netz bereits mehr als 300 000 Anbieter, bei denen die Lesung illegal heruntergeladen werden konnte."

Auf der Buchmesse präsentieren bis Sonntag mehr als 2 000 Verlage aus fast 40 Ländern ihre Neuerscheinungen des Frühjahrs. Tausende Besucher, vor allem Kinder und Jugendliche, strömten schon am Morgen des ersten Tages in die vier Messehallen. 1 500 Autoren stellen auf der Messe und an 300 Orten in der Stadt ihre neuen Werke vor. Am Donnerstag wollten auch Alt-Bundespräsident Roman Herzog, die Bundespräsidentenkandidaten Peter Sodann und Gesine Schwan sowie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) aus ihren Büchern lesen. Die Buchmesse dauert noch bis zum Sonntag.

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