Für Männer
Yps ist wieder da

Erst für Kinder, jetzt als Neuauflage für Männer: Die Rückkehr des Yps-Magazins zeigt am Beispiel des Ehapa-Egmont Verlag, wie sich der Comic-Markt gewandelt hat. Neue Kunden will man mit dem Heft offenbar nicht gewinnen
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DüsseldorfDie Urzeitkrebse kehren zurück. Die kleinen Wassertierchen waren schon in den 1970er und 1980er Jahren bei den Yps-Lesern heiß begehrt: Einfach jeder musste die Eier von Salinenkrebsen haben, die zunächst wie totes Pulver aussehen, aber - einmal in ein mit Wasser gefülltes Einmachglas geschüttet - wuselig zum Leben erwachen. Kein Wunder, dass die Krebse eines der beliebtesten Gimmicks der Zeitschrift waren und das Wort „Gimmick“ überhaupt erst salonfähig machten.

Agenten-, Wissenschafts- und Forscherausrüstungen lagen jeder Ausgabe der Zeitschrift für Kinder bei. Unvergessen die Detektivbrille mit Jalousie und Seitenspiegeln und das Blasrohr, das um die Ecke schießt.

Für die Wiedergeburt von Yps setzt der Ehapa-Egmont Verlag nun auf die Treue der einstigen Leser. „Heutige Kinder kennen Yps nicht mehr. Wenn Sie heute eine Kinderzeitschrift machen wollen, können Sie sie auch 'Z' nennen, Sie profitieren nicht mehr von dem Markennamen. Aber Erwachsene, die kennen Yps noch und Sie lieben Yps noch“, erklärte Chefredakteur Christian Kallenberg in Berlin.

Jeder habe sein eigenes Bild von Yps im Kopf. „Allen gemeinsam ist, dass es positiv ist: Kindheit, Wärme, Wohligkeit“. Das neue Yps sei daher ein „Magazin, das Kindheitserinnerungen weckt, aber selbst nicht kindlich ist“, so Kallenberg.

Zielgruppe sind dabei erklärtermaßen Männer zwischen 30 und 45 Jahren: Das gerade erschienene, 100 Seiten dicke Heft klärt etwa Fragen wie „Mit 35 Jahren noch Geheimagent werden – wie geht das eigentlich?“. Auch wenn vor allem die männliche Leserschaft angesprochen werden soll - nackt ist dem Heft nur das namensgebende Känguru Yps, wie Kallenberg versichert.

Mit der Rückbesinnung auf Altes zeigt sich die Krise im Verlagswesen. 2001 kündigte das Mutterunternehmen, die dänische Egmont-Gruppe (Kopenhagen) an, stärker auf ältere Zielgruppen setzen zu wollen. Die Egmont-Tochter Cultfish Entertainment hatte damals bereits Begleitmagazine für Fernsehsendungen wie „Big Brother" und „The Dome" entwickelt. Der klassische Markt für Kinder und Jugendliche stagnierte dagegen.

„Wir können mit den jetzigen Strukturen nicht mehr weitermachen“, sagte eine Sprecherin damals. Zu der Zeit war die Marke Yps faktisch tot, eingestellt wegen rapide sinkender Zahlen. Nur drei Retro-Sonderhefte erschienen in den Jahren 2005 und 2006, immerhin gab es später noch eine Urzeitkrebse-App.

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