Fußballer sind nicht nur sportliche Vorbilder, sondern auch Ikonen, wenn es um die Frisurenmode geht
Spiel mit dem Kopf

Die Fußballstars stürmen jetzt wieder. Und das Spielfeld ist nicht nur Schauplatz eines sportlichen Ereignisses, sondern auch eine Art Laufsteg für das, was Mann auf dem Kopf trägt.

Das war schon immer so, seit Netzer in den 60ern seine strohblonde Matte wippen ließ und Beckenbauer vorführte, dass eine abgeschwächte Dauerwelle namens Minipli durchaus männlich wirken kann. Inzwischen ist David Beckham der Fußballplatzhirsch, wenn es um Trends geht. Die Kicker dribbeln sonnabends vor den Kameras, und die Friseure schnibbeln in der Woche drauf nach, was am Wochenende in der Sportschau war.

Für ihre Haarpflege geben die Deutschen schätzungsweise 2,8 Milliarden Euro im Jahr aus. Tendenz leicht sinkend. Was nicht heißt, dass den Deutschen ihr Kopf weniger wert wäre. Vielmehr kaufen sie mit Köpfchen ein, eher beim Discounter und immer mehr in Drogeriemärkten als in teuren Parfümerien oder beim Friseur.

Shampoo allein reicht da nicht mehr, die größten Zuwächse verzeichnen Pflegeprodukte. Ab und zu braucht auch der Mann eben mal eine richtige Packung auf dem Kopf. Welcher Trend in diesem Sommer die Tabelle anführt? "Die Zeit der kurzen Raspelschnitte ist vorbei", erklärt Eduardo, der exotische Schnitt-Techniker aus dem Düsseldorfer Salon der Hamburger Haarkünstlerin Marlies Möller.

Immer mehr Männer lassen sich seiner Erfahrung nach die Haare wachsen. Was beileibe nicht heißt, dass sich die Haartracht und-pracht irgendwie unordentlich in oder über dem Hemdkragen kringelt, sondern eher noch darüber hinauswächst und dabei sorgfältig geschnitten und frisiert wird. Das mag ja zum Trikot lässig wirken, aber: "Wie sieht das aus im Business?" Eduardo macht eine Bewegung mit der Bürste: "Dann werden die Haare mit nicht zu viel Gel ordentlich nach hinten gekämmt."

Solch smarte Haarmode, die natürlich leicht gewellt am besten aussieht, kann der Mann sich eigentlich nur leisten, wenn er noch genug Haare auf dem Kopf hat. So wie Werner Baldessarinis Lieblings-Amateur-Mannequin und Profi-Barmann Charles Schumann, Deutschlands Super-Blondie Thomas Gottschalk oder temporär Harald Schmidt, der seine Auszeit offensichtlich nicht nur zu innerem Wachstum nutzte, sondern auch sein Haupthaar wild sprießen ließ. Inzwischen ist er wieder zum seriös-telegenen Kurzhaarschnitt zurückgekehrt, wie es sich in einer Anstalt öffentlichen Rechts offensichtlich gehört.

Markus Salm von der Darmstädter Wella AG nennt den neuen-alten Frisurenstil Glamour-Rock. Dabei wird der im Nacken längere Schnitt mit attraktiven Farben akzentuiert, die von dunklen in helle, teils schmutzige, auch schon mal metallische Töne variieren und bis in die Spitzen auslaufen.

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