Galerie Kornfeld
Ein Unternehmen, das Kunstgeschichte schrieb

Eberhard Kornfeld begeht das 150-jährige Jubiläum seines Unternehmens mit einer repräsentativ bestückten Auktion. Ein Rückblick auf die Geschichte der Galerie Kornfeld.
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BernAls Eberhard W. Kornfeld 1951 das Ruder der Galerie Klipstein und Kornfeld übernahm, war das Berner Kunst- und Versteigerungshaus schon seit über 40 Jahren eine erste Adresse für Käthe Kollwitz und Edvard Munch. Am 20. Juni 2014 feiert das von Heinrich Georg Gutekunst in Stuttgart gegründete Unternehmen, das seit 1919 in der Schweiz residiert, mit einer hochkarätigen Jubiläumsauktion sein 150-jähriges Bestehen.

Die Alte Kunst am 20. Juni 2014 enthält neben Einblatt-Holzschnitten des 15. Jahrhunderts Prachtblätter von Dürer und Rembrandt, darunter den mystischen IV. Zustand des Rembrandtschen Hauptblattes „Die drei Kreuze“ (Taxe 300.000 Schweizer Franken). Es ist das Exemplar, das 1993 in der Otto Schäfer-Auktion bei Sotheby's wohl wegen kleinerer Restaurierungen zurückgegangen war.

Der Moderne-Teil wird angeführt von einem Chagall-Katalog mit 46 Werken der Jahre 1944 bis 1982, die aus dem Familiennachlass kommen und Taxen bis 2,5 Millionen Schweizer Franken haben. Im Hauptkatalog stehen Giacometti, Hodler, Kirchner, Klee, die Kollwitz und Egon Schiele mit dem auf 2 Millionen angesetzten Aquarell „Zwei Mädchen“ von 1911 an der Spitze.

Guter Draht nach London

Das 150-jährige Jubiläum ist Grund genug, auf eine Firmengeschichte zurückzublicken, die europäische Kunstmarktgeschichte geschrieben hat.

1864 publizierte H.G. Gutekunst in Stuttgart seinen ersten Lagerkatalog und eröffnete damit seine Galerie für alte und moderne Handzeichnungen und Graphik. Die Sammler dieser Epoche begeisterten sich vor allem für die alten Meister. Ein guter Draht nach London und Paris verschaffte dem Spezialisten für Kunst auf Papier Frühdrucke von Dürer und Rembrandt, und als er 1868 die erste Auktion wagte, waren prominente Graphikhändler, Sammler und Museumsrepräsentanten zur Stelle. Fünf Jahre später war die in Etappen versteigerte, über 7.000 Lose umfassende Sammlung des Marchese Jacobo Durazzo ein Weltereignis. Die alljährlich im Mai durchgeführten Auktionen waren da schon ein fester Termin im Reisekalender der internationalen „Print People“.

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