Galerienrundgang München: Ästhetische Verwandlungen

Galerienrundgang München
Ästhetische Verwandlungen

Die Münchener Galerien haben sich mit der Wiederentdeckung von seltenem Bildmaterial etablierter Künstler einen Namen gemacht. Daneben überzeugen sie mit viel abstrakter Kunst. Das Antiquariat Wölfle unternimmt einen Exkurs in die Romantik
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MünchenEs geht unbeschwert, aber nur scheinbar heiter zu in den Bildern der argentinischen Malerin Alejandra Seeber. Ein roter Mund baumelt wie eine Kinderschaukel an dicken Kettengliedern. Dahinter deuten abstrahierte Flächen eine unwirtliche Gebirgslandschaft an. Häusler Contemporary  zeigt mit „Links and Loops“ zum dritten Mal Arbeiten der in New York und Buenos Aires lebenden Künstlerin (bis 21. März 2015).

Wer noch die früheren collagenartigen Bilder im Kopf hat, entdeckt nun eine dynamischere, sich mehr und mehr in das Gebiet der Abstraktion vorwagende Künstlerin. Malen heißt für sie, Gedankensplitter zu vereinen. Gegenständliches wird angedeutet und kombiniert mit assoziationsreich strukturierten Flächen. Seit der brasilianischen Mercosul-Biennale 2009 fanden die Arbeiten der 44-Jährigen international Beachtung. Die Gemälde kosten zwischen 5.000 und 11.000 Euro.


Seltene Papierarbeiten von Josef Albers

Besondere Stärke zeigte die Münchener Galeristen-Szene in jüngster Zeit immer wieder, wenn es um bislang unbekanntes oder seltenes Material etablierter Künstler ging. Fred Jahn ist es mit finanzieller Unterstützung der Galerie Schönewald Fine Arts in Düsseldorf im letzten Jahr gelungen, direkt von der Josef und Anni Albers Stiftung eine Auswahl an Malereien auf Papier von Albers zu erwerben. Dabei handelt es sich um Studien zu seinen Gemälden „Hommage to the Square“. Auf Löschpapier, das den Auftrag von Ölfarbe gestattet, experimentierte, studierte und probierte der Minimalist die Wechselwirkung verschiedener Farbzusammenstellungen.

Erst vor fünf Jahren wurden Studien dieser Art in der Pinakothek der Moderne und weiteren Museen als Neuentdeckung im Werk Albers´ gefeiert. In Deutschland hat es ein solches Angebot bislang nicht gegeben. Viele Sammler griffen bereits während der ersten Station der Schau bei Schönewald in Düsseldorf zu. Nur noch fünf der 14 Arbeiten mit Preisen zwischen 100.000 und 180.000 Euro stehen zum Verkauf (bis 21. Februar).

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Eugen Roth als Sammler

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