Galerienwochenende: Raritäten für Tribal Art Sammler in Paris

Galerienwochenende
Raritäten für Tribal Art Sammler in Paris

Gemeinsame verlängerte Öffnungszeiten, auswärtige Galeristen, die sich bei Kollegen einmieten und außergewöhnliche Kunstwerke u.a. von Stämmen aus Afrika - das macht den Reiz des neunten "Parcours des Mondes" in Paris aus.
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PARIS. An diesem Wochenende trifft sich die Gemeinde der Sammler und Experten für Stammeskunst im Pariser Galerienviertel Saint-Germain-des-Près (bis 12.9.). Die neunte Ausgabe der Gemeinschaftsveranstaltung "Spaziergang durch die Welten". Unter den internationalen Gästen der Vernissage weilten nicht nur extra angereiste Amerikaner, sondern auch der Ex-Staatspräsident Jacques Chirac, der das Pariser Stammeskunstmuseums "Musée du Quai Branly" auf den Weg gebracht hatte. Chirac verfügt in seinem Wahlkreis in Mittelfrankreich über ein nach ihm benanntes Museum, das noch bis 11. November die Tribal Art-Sammlung des belgischen Händlers Edmond Dartevelle präsentiert. Dessen Sohn Pierre Dartevelle zählt zu den 68 Ausstellern aus 11 Ländern, die sich in den Galerien einmieten und dem zahlreichen und ausdauernden Publikum eine Auswahl an besonderen Stücken anbieten. Schon am gestrigen Eröffnungstag gab es erfreulich viele Verkäufe. Wie allerdings ein Pariser Sammler hervorhebt, auch bedauerlich viele falsche Objekte.

Für jeden Geldbeutel

Die Händler beschränken sich meist auf die Preiskategorie unter der 100.000-Euro-Grenze. Wie der Züricher Patrik Fröhlich, der eine männliche Leti-Ahnenstatue von den Molukken aus der Drouot-Auktion von André Breton und Paul Eluard von 1931 für 65.000 Euro mitbrachte. Yann Ferrandin, Paris, stellt "Außergewöhnliche Sitze aus Schwarzafrika", auch "Black Seats" genannt, aus. Sie kosten von 3.000 bis zirka 30.000 Euro. Albert Loeb, Paris, sammelte über Jahre in Mali die wie Gewehre geschulterten Pferdeköpfe der Korèdugaw, die damit zu festlichen Anlässen wie eine Narrengruppe die Dörfer durchqueren. Die dekorativen "Pferde" kosten von 2.800 bis 5.000 Euro.

Große Statue der Lega

Jacques Germain, Montreal, verfügt über einen markanten Kopfputz der Ekoi/Ejagham aus der Cross River Region in Nigeria mit fünf gewundenen Zöpfen. Ein ähnlicher Kopfschmuck wurde am 16.6. d.J. bei Sotheby's Paris für 12.000 Euro zurückgereicht, weil seine Schätzung dem von Germain erwarteten Preis von 25.000 Euro entsprach. In der höheren Preiskategorie findet man bei Bernard de Grunne, Brüssel, eine 21,5 cm hohe Lega-Elfenbeinstatue, die zu den 15 bekannten Statuen, die höher als 20 cm sind, zählt. Dafür verlangt er 150.000 Euro.

Als Begleitprogramm gelang es dem Museum "Monnaie de Paris", jene afrikanischen Skulpturen als Leihgaben zu erhalten, die Regisseur Alain Resnais und Chris Marker 1953 für den antikolonialen Kurzfilm "Auch Statuen sterben" filmte.

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