Gastrezension Die Menschen, denen die Welt gehört

Der Populismus von Trump, AfD und Le Pen speist sich aus dem Hass auf vermeintlich dunkle Mächte in unserem Wirtschaftssystem. Michael Hüther würdigt Hans-Jürgen Jakobs' Buch "Wem gehört die Welt?" als aufklärerisches Gegengift.
  • Michael Hüther
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Größter Geldverwalter der Welt. Quelle: AP
Blackrock-Chef Larry Fink:

Größter Geldverwalter der Welt.

(Foto: AP)

Folgt man den aktuellen Debatten zur ökonomischen Globalisierung, so könnte man den Eindruck bekommen, dass es dabei nur um den Warenhandel ginge. Die Attacken von US-Präsident Donald Trump und seinen ökonomischen Hilfstruppen befördern diese einseitige und unterkomplexe Sicht.

Dabei lässt sich gut argumentieren, dass die Kapitalbilanz – bei freiem Kapitalverkehr das Spiegelbild der Leistungsbilanz – wegen der längeren Fristigkeit der ihr zugrunde liegenden Transaktionen in Wahrheit dominiert und den Takt vorgibt.

Hier setzt das Buch „Wem gehört die Welt? Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus“ von Hans-Jürgen Jakobs an. Dieses Werk, das auf dem Fleiß und der Akribie vieler Mitwirkender beruht, will Transparenz schaffen über die als Neokapitalismus etikettierten globalen Kapitalverflechtungen, und es will dem anonymen Kapital Gesichter geben sowie die Geschichten dazu erzählen. Macht ist eben nie anonym.

So wird man durch die Welt der Finanzmagnaten geführt, die letztlich die Verfügungsmacht über die global bedeutsamen Unternehmen ausüben. Damit betreten Personen die Bühne der Globalisierung, die man gewöhnlich nicht kennt, deren Einfluss aber weit reicht: Es sind die Gesichter der globalen Kapitalallokation.

Immer wieder trifft man im Laufe der Erzählung auf Larry Fink, CEO und Chairman von Blackrock, dem mit 4,9 Billionen Dollar größten Kapitaleigner und Investor der Welt. Er verhinderte im Mai 2012 den Umstieg von Josef Ackermann vom Vorstandschef zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank. Er versendet alljährlich Erinnerungsbriefe an die Chefs großer Unternehmen, um für eine langfristige Unternehmensstrategie zu werben und die Abkehr vom Quartalsdenken zu fordern.

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