Gebühren in Diskos
200.000 Unterschriften gegen die Gema

Gegen geplante Gebührenerhöhungen der Verwertungsgesellschaft Gema für Clubs und Diskotheken formiert sich weiterer Protest. Eine Online-Petition an den Bundestag stößt auf viel Unterstützung.
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BerlinBis zum Dienstagnachmittag hatten fast 212.000 Menschen eine Online-Petition an den Bundestag unterzeichnet. Die Petition gegen die Reform war im April gestartet worden und läuft noch drei Monate. Die Gema will die Vielzahl der Tarife vereinheitlichen. Die Gesellschaft selbst argumentiert, viele kleine und mittlere Veranstalter würden mit der Neuregelung weniger zahlen, größere würden dagegen stärker belastet.

„200.000 Unterschriften sind sensationell“, sagte der Geschäftsführer des Diskothekenverbandes BDT, Stephan Büttner, zu dem Protest im Internet. „Wenn sich die Gema nicht bewegt, gibt es nächstes Jahr ein Diskothekensterben.“

Am vergangenen Wochenende hatten rund 600 Clubs und Diskotheken in Deutschland für fünf Minuten die Musik abgedreht. Um fünf vor Mitternacht am Samstag warnten sie mit ihrer Aktion vor möglichen Konsequenzen von Gema-Tariferhöhungen. Die seien für die Unternehmen nicht tragbar, hieß es. Clubs und Diskotheken sollen für ihre Musiknutzung ab 2013 zehn Prozent des Eintritts an die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte zahlen.

Im Anhang der Petition wird eine Beispielrechnung aufgemacht: „Bei durchschnittlich zehn Veranstaltungen pro Monat in einer mittelgroßen Diskothek mit zwei Dancefloors von beispielsweise 410 und 310 Quadratmetern bei einem Eintrittsgeld von acht Euro erhöhen sich die Gema-Gebühren (inklusive aller Zuschläge) von 21.553 Euro netto/Jahr auf 147.916 Euro netto/Jahr (plus 686 Prozent).“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bei größeren Veranstaltungen ist das ganze sichelich finanzierbar und für gut laufende Clubs oder Diskotheken ist es natürlich möglich den Eintrittspreis oder die Getränkepreise anzuziehen oder auch auf einen Teil des avisierten Gewinnes zu verzichten.

    Es gibt aber viele Clubs, Diskotheken und Pubs in Deutschland die schon heute keine perfekte Wirtschaftslage haben, hier bedeuten zusätzliche Kosten von 100.000 € einfach auch ganz klar die Insolvenz und die Schließung.

    Das ganze wird zu einen massiven Sterben der deutschen Clubkultur führen. Große Läden werden überleben, kleine nicht Schwerpunktmässig profitorientierte Clubs werden sterben!

  • Ich kann nachvollziehen, dass eine massiver Gebührenerhöhung Unmut hervorruft. Am Ende bleibt es dennoch bei 0,80 € je Besucher. Man kann wohl davon ausgehen, dass sich der Umsatz pro Besucher nicht auf den Eintritt beschränkt - insbesondere bei größeren Veranstaltungen sollte der Gesamtumsatz die GEMA-Gebühren abwerfen. Und bezogen auf die im Artikel genannte Beispielrechnung sind knapp 180 € je Veranstaltung ( 21553 € / 120 Veranstaltungen ) ein eher symbolischer Preis. 1200 € wirkt angemessen.

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