Gefährliche Greise
Tatort schlägt die TV-Konkurrenz haushoch

Ein Altstar sorgt zu Beginn der neuen Tatort-Saison für eine Topquote. Der Film bot wenig Action, aber reichlich Familientragödie und Humor. Doch warum müssen Geschichten über kriminelle Senioren eigentlich komisch sein?
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DüsseldorfEndlich! Krimi-Fans konnten am Sonntagabend wieder ihr vertrautes Ritual pflegen: Bier und Chips bereitstellen, rauf aufs Sofa und „Tatort“ einschalten. Mit der Folge „Paradies“ beendeten die Wiener Ermittler die ungewohnt lange Wartezeit auf frische Folgen von Deutschlands beliebtester Krimireihe.

Das Austro-Tandem Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) enttäuschte nicht. Mit gewohntem Humor und viel Biss gingen die beiden diesmal aber nicht in Wien, sondern in der Steiermark auf Verbrecherjagd. Tatort war ein dubioses Altenheim.  

Der Film interessierte am Sonntagabend 8,96 Millionen Zuschauer. Das entspricht einem Marktanteil von 27,0 Prozent, berechneten Marktforscher. Auf Platz zwei landete mit deutlichem Abstand dahinter die ZDF-Komödie „Dora Heldt: Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“, die auf 4,05 Millionen Zuschauer (12,2 Prozent) kam. Alle anderen TV-Programme landeten abgeschlagen auf den Plätzen.

Die Story

Statt wie geplant in Urlaub zu fliegen, eilte Bibi Fellner ans Sterbebett ihres Vaters. Das Verhältnis zwischen den beiden war zerrüttet. Doch der Sozialhilfeempfänger, der zuletzt in einem heruntergekommenen Altenheim lebte, hat ihr überraschend viel Geld hinterlassen.

Schon bald schwante Bibi und ihrem Kollegen Eisner, dass der alte Fellner wohl nicht auf legalem Weg an das Geld gelangt war. Unterstützung bekamen sie vom pensionierten Kommissar Reinhard Sommer (Wunderbar schrullig: Branko Samarovski), den sie von der Abspeck-Kur holten („Ich hypnotisiere grade eine trockene Semmel“) und undercover ins Altenheim schickten. Gemeinsam kamen sie Drogenschmugglern auf die Spur.

Der Stargast

Ein Highlight dieser Tatort-Folge war zweifellos Peter Weck, der nach zwei Jahren Abstinenz wieder auf den Bildschirm zurückkehrte. Der Wiener Schauspieler, Produzent und Intendant („Ich heirate eine Familie“) hatte sich nach dem Tod seiner Frau aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.  

Im Tatort brillierte der 84-Jährige als Ex-Unternehmer Paul Ransmayr, der von seiner Tochter ausgebootet wurde und sich nun mit Altersarmut konfrontiert sah. Dabei versuchte er alles, um sich auf seine alten Tage noch ein Stück vom „Paradies“, sprich einen Altersruhesitz in Spanien, zu sichern („ICH komme hier raus - und nicht erst in der Blechbüchse!“). Weck allein lohnte schon das Einschalten.

 

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