Geschäft rund um die Kunst: Murphy wird CEO bei Christie's

Geschäft rund um die Kunst
Murphy wird CEO bei Christie's

Der erfolgreiche CEO Ed Dolman fällt die Treppe hoch und besetzt den acht Jahre lang vakanten Stuhl des International Chairman bei Christie's. Sein Nachfolger in London wird der Amerikaner Steven Pleshette Murphy, der aus der Medienbranche kommt. Murphys Hauptaufgabe wird sein, stabile Profitströme jenseits des volatilen Auktionsgeschäfts zu generieren.
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LONDON. Christie's hat die Auktionswelt überrascht und zum ersten Mal einen Außenseiter zum neuen CEO ernannt. Fast noch überraschender ist, dass ein Amerikaner in der Londoner King Street einzieht, bislang eher eine Hochburg für blaublütige Briten. Der neue Mann, Steven Pleshette Murphy, tritt in die Fußstapfen von Ed Dolman, der soeben zum Chairman von "Christie's International plc" befördert wurde. De facto führt Christie's damit wieder die Rollenteilung in CEO und International Chairman ein, die es bis 2002 gab, als Charles Allsopp, Lord Hindlip, als International Chairman in den Ruhestand ging und Dolman beide Rollen übernahm. Zwischen 2002 und 2010 hatte es zwar den European Chairman gegeben, nicht aber den International Chairman.

"Ich bin geehrt, Chairman des Unternehmens zu werden, in die ich vor 26 Jahren eingetreten bin", sagte Dolman. Er freue sich darauf, dem Nachfolger und dem Christie's Management weiter "Führung und strategischen Rat" zu geben. Es sei richtig, den "Genpool" des Auktionshauses durch Außenseiter aufzufrischen, ergänze Dolman, der nach dem Kunststudium als Möbelträger anfing.

Murphy kommt aus der Medienbranche

Steven Murphy, 56, kommt aus der Medienbranche, wichtiger noch scheint aber, dass er zuletzt ein großes Privatunternehmen umstrukturierte, den amerikanischen Gesundheitsverlag Rodale, der Diätbücher und Magazine über Männergesundheit oder Mountainbikes herausgibt. Zuvor hatte Murphy Führungspositionen im Verlagsgeschäft von Walt Disney und im Musikgeschäft bei EMI.

Stabile Profiströme generieren

Wie Rodale ist auch Christie's ein Privatunternehmen und obwohl Dolman immer wieder die Profitabilität des Unternehmens betont, dürfte die wichtigste Aufgabe des neuen Mannes sein, neue und stabilere Profitströme zu generieren, als dies im aufwendigen und unsicheren Auktionsgeschäft der Fall ist. Christie's Besitzer, die Privatholding Artemis der französischen Pinault Familie, braucht wegen hoher Schulden Geld. Immer wieder wird auch über einen möglichen Verkauf Christie's spekuliert. Der Zeitpunkt für einen strategischen Neuanlauf ist günstig, da der Kunstmarkt nun wieder in eine Aufschwungphase geht.

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