Gesellschaftsspiele
Caylus – für König und Heimatstadt

„Caylus“ ist ein Spiel für Tüftler. Komplex, aber logisch. Wer sich durch die schwierige erste Phase bei diesem Strategiespiel aus der Welt des mittelalterlichen Frankreich durchkämpft, erntet eine reiche Belohnung.

DÜSSELDORF. Für dieses Spiel musste die Jury Spiel des Jahres extra einen eigenen Preis erfinden: den „Sonderpreis Komplexes Spiel“. Eigentlich schade, denn so kann das beste Spiel des Jahres nicht mehr „Spiel des Jahres“ werden. Den Hauptpreis mag man „Caylus“ offensichtlich nicht geben, weil Komplexität für Nichtspieler so schwer zu erfassen ist. Nun gut, lassen wir den Nichtspielern die einfachen Spiele und hoffen wir, dass sich Interessierte eben doch durch die schwierige erste Phase bei Caylus durchkämpfen. Die Belohnung fällt reich aus.

Im mittelalterlichen Frankreich erleben wir den Aufbau der kleinen Stadt Caylus: Anfangs nur ein paar Brückenhäuschen mit angrenzendem Wald und Markt führen wir die Stadt durch Neu- und Ausbauten zu wahrer Blüte. Wir erschließen Steinbrüche, errichten Bauernhöfe, setzen eine bescheidene Produktion in Gang und mehren unseren bescheidenen Reichtum. Ein überschaubares Leben, das allerdings durch den Ehrgeiz Philipp des Schönen gestört wird, der in Caylus partout ein Schloss errichten will.

Nun reicht es nicht, mehr, nur den Stadtausbau zu betreiben, wir sollen uns bitte schön auch am Schlossbau beteiligen. Schon reichen unsere Kräfte nicht mehr aus, wir müssen Arbeiter abstellen, die an anderer Stelle fehlen. Auch das Geld wird knapp, denn auch finanziell wünscht der König unsere Unterstützung. Und nun wird unser beschauliches Leben zu einem Wettlauf um eigenen Wohlstand und die Gunst des Königs. Vieles müssen wir dabei im Auge behalten: Welche Gebäude bauen unsere Gegner, wie viele Arbeiter sind am Schlossbau beteiligt, welche Rohstoffe können wir uns für zukünftige Aktionen sichern, wie ist es mit unserem Ansehen beim König bestellt.

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Ein ganzes Leben durchleben wir in den bis zu drei Stunden, die eine Partie dauern kann. Drei Stunden, in denen es aber kaum Langeweile gibt. Stets sind wir involviert, die Züge sind kurz, lange Wartezeiten kommen nicht auf. Komplex? Ja, das ist es. Aber nicht wirklich schwierig. Es ist ja alles so logisch. Erst die Holzhäuser, dann Steinhäuser. Mit dem Reichtum kommt das Bürgertum. Und natürlich die Konkurrenz. „Sonderpreis Komplexes Spiel“ – der Titel ist eigentlich ein Anti-Preis der viele vom Kauf abschrecken wird. Dabei hat Caylus Erfolg wirklich verdient. Selten habe ich ein Spiel erlebt, das die Spieler so stark in seine Welt hineinzieht und so glücklich wieder aus ihr entlässt.

Caylus
Ystary, Frankreich
2 – 5 Spieler ab 12 Jahren
ca. 150 min
ca. 35 Euro

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