Gesellschaftsspiele
Kleopatra – Ausstattungsorgie aus Ägypten

Als der ägyptische Baumeister Numerobis für Kleopatra einen Tempel bauen sollte, war das eine ziemliche Katastrophe. Kreuz und quer standen die Blöcke – und ohne die Hilfe von Asterix und Obelix wäre er sicher gescheitert. In dem Spiel „Kleopatra“ fühlen wir uns ein wenig wie Numerobis. Wir sollen einen Tempel bauen – doch ob es klappt, ist ungewiss.
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DÜSSELDORF. Doch fangen wir beim Auspacken an, denn unsere Vorfreude beginnt beim Öffnen der Schachtel: Kleopatra ist ein reich ausgestattetes Spiel. Säulenwände, Sphinxen, Tempel, Obelisken uns Tore – alles ist streng geordnet – sonst hätte das viele Material kaum Platz in der Schachtel. Was aber mit all diesem Material anfangen? Als Baumeister errichten wir Tempelteile, bauen Säulengänge, brechen Obelisken aus dem Stein.

Zwielichtige Gestalten unterstützen uns beim Bau, der Zeitgewinn geht aber leider mit einem Imageschaden einher: Kleopatra ist „not amused“. Runde für Runde mausert sich der Tempel zum schönsten Ort des Spiels, interessanter aber ist der Markt. Hier bekommen wir die verschiedenen Materialien für den Bau, hier finden wir auch die Handwerker. Spannend dabei: Wir wissen nicht so recht, was wir bekommen: In den drei Kartenreihen mit Baumaterial, Handwerkern und Sonderkarten liegen einige Karten verdeckt, einige offen. Marktbesucher wählen je eine dieser Reihen und nehmen alle Karten auf die Hand. Weil die Reihen jede Runde um eine Karte ergänzt werden, füllen sie sich stets neu.

Das Spiel findet nun im Wechsel statt: Mal kaufen wir am Markt ein, mal bauen wir neue Tempelteile. Sinnvoll ist es, mehrere Bauteile pro Runde zu errichten, das gibt Sonderpunkte ebenso wie auch eine geschickte Platzierung. Sonderkarten helfen uns, schneller zu bauen. Allerdings bestraft uns Kleopatra für diese „Schummelei“ mit so genannten Sobek-Amuletten. Die sollten wir rechtzeitig wieder loswerden, denn der Spieler mit den meisten Amuletten landet am Ende bei den Krokodilen. Die übrigen dagegen zählen am Schluss des Spiels ihr Gold – ganz ohne Asterix und Obelix.

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Kleopatra hat in den Testrunden gemischte Reaktionen von großer Begeisterung bis zu Gleichgültigkeit hervorgerufen. Ich persönlich neige zur Begeisterung. Das Spiel ist zwar recht teuer, dafür aber fantastisch ausgestattet, birgt mit den verdeckten und offenen Marktkarten einen hohen Unsicherheitsfaktor und verlangt hohes strategisches Geschick. Einzig die Idee der Sobek-Amulette scheint etwas schwach – das ist jedoch angesichts der übrigen guten Aspekte verzeihlich.

Kleopatra
Days of Wonder
3 – 5 Spieler ab 10 Jahren
ca. 60 min
ca. 50 Euro

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