Gesellschaftsspiele
Ränkespiele am Hof des Marquis

Spiele, so faszinierend sie auch sein mögen, haben für Ästheten meist einen kleinen Fehler: Fast immer kommen sie in einer gewöhnlichen Pappschachtel daher und nutzen Plastikgeld oder Pappchips als Zahlungsmittel. Bei dem Spiel „Marquis“ ist alles anders. Wie der Name ist hier alles edel.

DÜSSELDORF. Der norddeutsche Verlag „Ludoart“ dagegen hat es sich zur Aufgabe gemacht, gute Spielideen in ebenso gutes Material zu verpacken. Entsprechend edel kommt das Spiel „Marquis“ daher. Die Münzen sind aus golden glänzendem Metall, statt in einer Pappschachtel verbirgt sich Marquis in einer edlen Schatulle aus Holz.

Das Spiel selbst operiert mit dem mittlerweile schon in verschiedenen anderen Spielen eingesetzten Mechanismus wechselnder Rollen. Mal sind wir Marquis, mal Staatsanwalt, mal Falschspieler. Elf verschiedene Charaktere nehmen wir abwechselnd an, jeder verleiht uns neue Eigenschaften. Unseren Charakter bestimmen Karten, die wir zu Beginn unseres Zuges ausspielen. Jede Karte beschert uns ein bestimmtes Einkommen, erlaubt uns, bei verschiedenen Gegnern in die Kasse zu greifen und am Ende unser Geld in Diamanten zu tauschen.

Jede Karte hat aber auch besondere Eigenschaften: Da gibt es den Meuchelmörder, der einen anderen Charakter eliminiert, den Falschspieler, der einen anderen Charakter imitiert oder den Wegelagerer, der die übrigen Spieler auspresst. Freundlichkeit und Großzügigkeit sind am Hofe des Marquis nicht zu populär. Hier zählt nur der eigene Vorteil. Und der zahlt sich in barer Münze aus. Denn nur die Zahl der in unserem Vermögen vorhandenen Diamanten entscheiden am Ende über unseren Erfolg. Wechselnde Charaktere mit unterschiedlichen Eigenschaften – der Mechanismus hat schon manch anderem Spiel viel Würze verliehen.

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Entscheidend bei Marquis ist allerdings ein anderer Aspekt: Jeder Charakter darf Geld in einem bestimmtem Verhältnis in Diamanten tauschen – allerdings erst zu Beginn der nächsten Runde. Wer also viele Münzen gesammelt hat, kann sie nur tauschen, wenn sie auch eine ganze Runde in seinem Vorrat bleiben. Kaum denkbar angesichts solch diebischer Mitspieler. Die sehen natürlich, wo der Reichtum liegt, und setzen die passenden Charaktere ein. Wer es in diesem Umfeld schafft, noch ein paar Diamanten in den Tresor zu legen, hat den Sieg wirklich verdient.

„Marquis“ ist – nicht nur wegen des ansprechenden Äußeren – ein höchst attraktives Kartenspiel mit einem äußerst reizvollen Mechanismus. Ein wenig Glück, ein wenig Strategie und ganz viel Bosheit machen das Spiel zu einer schönen Eröffnung für einen unterhaltsamen Spieleabend.

Marquis
Ludoart, Eystrup
2 – 4 Spieler ab 10 Jahren
ca. 45 min
ca. 25 Euro

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