Gesellschaftsspiele
Tempeldienste in Mesopotamien

Ein genialer Mechanismus für das Spielfeld – schon dafür gebührt „Mesopotamien“ ein Preis, denn dieses System wird sicher in vielen anderen Spielen Eingang finden. Doch nicht nur das: Auch als Familienspiel ist Mespoptamien sicher eine der interesantesten Neuerscheinungen des Jahres.

DÜSSELDORF. Variable Spielpläne haben einen großen Vorteil. In jeder Partie erleben wir ein anderes Spiel und müssen uns daher stets auf neue, unbekannte Situationen einstellen. Variable Spielpläne haben aber auch einen großen Nachteil: Weil sich der Spielplan aus mehr oder weniger kleinen Papp-Plättchen zusammensetzt, kann eine unachtsame Bewegung ein ganzes Spiel durcheinander bringen. Entsprechend dankbar dürften Vielspieler für die Idee bei „Mesopotamien“ sein, die Spielfelder mit Haken ineinander zu verzahnen. Nun greifen die Felder perfekt ineinander, so dass der Plan variabel und trotzdem stabil ist.

Zwar bietet Carcassonne-Autor Klaus-Jürgen Wrede in seinem Spiel prinzipiell nichts Neues, doch hat er viele bekannte Elemente geschickt neu gemischt: Opfer sollen wir einer Gottheit bringen.

Dafür jedoch gilt es, Rohstoffe zu sammeln, Hütten zu bauen und Kultplätze zu errichten. Bringen wir Steine zum Tempel in der Mitte des Spielfeldes, erhalten wir Mana. Und – noch wichtiger – die Fähigkeit, dieses in einem Vorratslager zu horten. Besitzen wir Hütten, können wir unser Volk vermehren, Kultplätze verhelfen uns zu weiterem Mana. Wichtig ist auch, unsere Bürger auf Entdeckungsreise zu schicken. Nur so werden wir Bauplätze für neue Hütten und Kultplätze finden sowie Nachschub an Steinen und Holz bekommen. Nur das Zusammenspiel all dieser Faktoren verhilft uns zu den Mengen Mana, die wir für unsere Opfer am zentralen Tempel benötigen. Die sind entscheidend, denn wer sein letztes Opfer abliefert, gewinnt das Spiel.

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Mesopotamien braucht kaum Erklärung, denn die Regeln sind denkbar einfach. Das Spielfeld ist übersichtlich und mit der Verzahnung perfekt gestaltet, die Züge laufen recht zügig ab und verhindern so die Langeweile. Gleichzeitig dauert es nicht zu lange, eine Partie läuft über etwa eine Stunde. Vielspielern wird die Interaktivität etwas fehlen. Wir können die Gegner nämlich nur marginal beeinflussen. Es ist zwar möglich, Gegnern Rohstoffe abzunehmen, doch im Großen und Ganzen spielt jeder für sich. Erstaunlicherweise verliert das Spiel dadurch nicht an Reiz. Vielmehr macht es sogar trotz der leichten Schwächen großen Spaß. Bei uns kommt Mesopotamien sicher noch häufiger auf den Tisch.

Mesopotamien
Phalanx, Niederlande
2 - 4 Spieler ab 10 Jahren
ca. 90 min
ca. 35 Euro

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