Gesellschaftsspiele
Zatre – die Magie der Würfelziffern

Als vor über einem Jahr der Perner-Verlag Insolvenz anmelden musste, verschwand auch ein ausgezeichnetes Strategiespiel in der Versenkung. Glücklicherweise hat der deutsche Spieleverlag Amigo die Lizenz übernommen, Zatre aufpoliert und damit ein Spiel gerettet, das schon lange vor Sudoku und Kakuro zahlreiche Zahlenfans begeistern konnte.

DÜSSELDORF. Zatre hatte innerhalb von zehn Jahren nicht nur einen großen Liebhaberkreis gefunden und viele Neulinge für Rechen- und Strategiespiele begeistert, es war auch immer eng mit dem österreichischen Perner-Verlag verbunden. Jetzt hat das Spiel unter das Dach des Amigo-Verlags gefunden.

Zatre, schon 1993 auf die Auswahlliste für das Spiel des Jahres aufgenommen, ist ein auf den ersten Blick sehr trockenes Zahlen-Legespiel. Jeweils zwei Zahlensteine, zufällig gezogen, stehen uns pro Zug zur Verfügung. Diese müssen wir auf dem Spielfeld an bereits liegende Steine anlegen und dabei Zahlenreihen bilden, die in ihrer Summe idealerweise die Zahlen zehn bis zwölf bilden. Die Zahl Zwölf jedoch darf die Summe nie übertreffen. Eine Vier dürfen wir also an eine Drei und eine Vier anlegen, nicht aber an eine Sechs und eine Fünf. Erreichen wir in einer Reihe Summen zwischen Zehn und Zwölf, schreiben wir uns diese auf einem Block gut. So weit die Grundregeln, die so schnell zu erfassen sind, dass die erste Partie sehr schnell startet.

Zatre hat allerdings noch mehrere kleine Sonderregeln, die das Spiel erst richtig beleben. Da gibt es spezielle Felder, die eine Verdopplung einzelner Ergebnisse bewirken. Doppelsummen schlagen ebenso positiv zu Buche wie ein ausgeglichenes Verhältnis der Ergebnisse. Es ist sinnvoller, gleichmäßig Zehner-, Elfer- und Zwölfer-Summen zu bilden, statt stets nur Zwölfer zu bilden. Erstere bringen über Bonus-Punkte am Ende eher den Gewinn.

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So trocken Zatre auf den ersten Blick scheint, so unterhaltsam ist es als Gesellschafts- und Familienspiel. Eine gewisse Liebe zu Zahlen sollte allerdings vorhanden sein. Denn trotz des hohen Glücksfaktors gilt es bei jedem Zug, verschiedene Optionen durchzurechnen.

Die auf der Packung angegebene Spielzeit von 45 Minuten wird bei einer Bedenkzeit von nur einer Minute pro Zug weit überschritten. Insofern empfiehlt es sich, die Steine nicht erst vor seinem Zug, sondern direkt nach dem Legen nachzuziehen. Dann kann man schon während der gegnerischen Züge nach optimalen Plätzen suchen. Wer Zatre lieben gelernt hat, kann versuchen, über das Internet ein Zatre-Kartenspiel zu bekommen. Das hat der Perner-Verlag vor zwei Jahren vorgestellt – leider sind von diesem sehr reizvollen Spiel nur sehr wenige Exemplare auf den Markt gelangt. Aber vielleicht findet sich ja auch dafür noch ein Verlag.

Zatre
Amigo, Dietzenbach
2 – 6 Spieler ab 8 Jahren
ca. 60 min
ca. 26 Euro

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