Gestelzte Bühnensprache sorgte für viele Lacher: Berlinale: Erster deutscher Beitrag fällt durch

Gestelzte Bühnensprache sorgte für viele Lacher
Berlinale: Erster deutscher Beitrag fällt durch

„Die Nacht singt ihre Lieder“, erster deutscher Beitrag auf der Berlinale, von Romuald Karmaker ist am Mittwoch in einer ersten Vorstellung vor dem Publikum durchgefallen. Viele Zuschauer verließen die Aufführung vorzeitig, es gab kaum Applaus, dafür etliche Buhrufe.

HB BERIN. Fehlstart für die Deutschen im Berlinale- Wettbewerb: Der erste deutsche Beitrag „Die Nacht singt ihre Lieder“ von Romuald Karmakar fiel am Mittwoch in einer ersten Vorstellung vor Festival-Publikum durch.

Der Film nach einem Theaterstück des Norwegers Jon Fosse erzählt die quälend zähe Beziehungsgeschichte eines jungen Paares in Berlin- Mitte. Die tragische Liebe rührte das Publikum jedoch nicht an, stattdessen reizte die gestelzte Bühnensprache die Zuschauer immer wieder zum Lachen.

Die Kritik war unbarmherzig: Als „typisch deutsch“, einen „schönen Horrorfilm“ und „einfach schlecht“ bezeichneten Journalisten in der Pressekonferenz das düstere Werk. „Totmacher“- Regisseur Karmakar reagierte darauf sichtlich zornig. „Mir ist das ein bisschen zu primitiv, mir reicht das jetzt hier“, meinte er aufgebracht, blieb aber trotzdem auf dem Podium sitzen. „Es ist offenbar in unserem Land nicht möglich, eine traurig endende Liebesgeschichte zu erzählen“, sagte Karmakar.

Deutsches Kino und Fernsehen seien zu sehr dem amerikanischen Film mit den vielen Happy-Ends angepasst, beklagte er. Es sei tragisch, „dass wir beim Lösen der Kinokarte das eigene Selbst abgeben“, meinte der Regisseur und forderte „mündige Zuschauer“, die zu ihren Gefühlen stehen. Seinen Film solle jeder für sich selbst entdecken. „Dass Leute den Film verlassen, dass ist bei mir immer so gewesen.“

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