Gesünder und erfolgreicher mit Lach-Yoga, das in Indien erfunden wurde
Wie die Hühner lachen

Gesund sieht das nicht aus: Tränen kullern aus den Augen, die Atmung rast, der Puls jagt nach oben. Etwa ein Dutzend Menschen kugeln sich auf dem Boden, japsen nach Luft, krümmen sich, schütteln sich - bis Brust und Bauch schmerzen.

"Hahaha" schallt es rhythmisch aus der Gruppe und "hihihi". Lach-yoga heißt dieser neue, asiatische Trend in der Wohlfühlbranche. Ziel ist das Lachen ohne Grund. Die Yoga-Technik verbindet Atemübungen mit bestimmten Lachübungen. Erfunden hat diese fröhliche Disziplin des alten Körperkults vor zehn Jahren der indische Mediziner Madan Kataria. "Zunächst ist man noch befangen", berichtet Monika Thoma, Leiterin einer PR- und Werbeagentur, nach einem Selbstversuch in einer Berliner Lachgruppe. "Doch irgendwann gibt es den Kick."

Zwei Humorseminare hat die 39-jährige Werberin aus Ingolstadt schon besucht. Auch in Zukunft möchte sie das Gelernte immer wieder auffrischen. Das Lachen löse zwar keine Probleme, sagt sie. "Doch ich blicke hinterher mit neuer Energie und frischen Ideen auf die Dinge. Ich nehme alles nicht mehr so ernst." In Indien ist dieser gemeinschaftliche Frohsinn eine Massenbewegung geworden: Bis zu 200 Menschen versammeln sich frühmorgens zum Schlapplachen in Parks.

Lachen ist gesund. So bestätigt heute jeder Arzt, dass nach fünf Minuten intensiven Lachens die körpereigene Immunabwehr besonders stark ist. Es entspannt die Arterien und senkt daher den Bluthochdruck, wie US-Kardiologen herausgefunden haben. Auch in der Krebs- und Schmerztherapie wird Lach-Yoga inzwischen eingesetzt.

"Menschen mit einer positiven Einstellung zum Leben sind insgesamt gesünder", sagt Ilona Patousek, Bio-Psychologin und Lachforscherin an der Universität Graz. "Lachen hält das Hirn im Fluss, macht gelassen und kreativ", sagt auch der Buchautor Heiner Uber. Er erzählt, dass indische Firmenchefs für ein besseres Betriebsklima regelmäßig mit ihren Angestellten lachen. Ein Gefängnisdirektor in Bombay lässt Insassen und Wärter im Kollektiv prusten und gackern; seitdem sei das Leben hinter Gittern viel friedlicher geworden.

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