Gesundheit
Gute Vorsätze: Rauchen und Schwabbelbauch adé

Im Hamburger Hauptbahnhof prangt ein großes Plakat: „Nichtrauchen fördert die Durchblutung und steigert die Potenz - Der beste Vorsatz fürs neue Jahr: Jetzt Nichtraucher werden.“

dpa HAMBURG. Im Hamburger Hauptbahnhof prangt ein großes Plakat: „Nichtrauchen fördert die Durchblutung und steigert die Potenz - Der beste Vorsatz fürs neue Jahr: Jetzt Nichtraucher werden.“

Millionen Deutsche haben für 2008 gute Vorsätze gefasst. Sie werden seit Jahresbeginn von der Werbebranche besonders umgarnt. Denn mit dem Jahreswechsel haben viele Bürger dem Schwabbelbauch den Kampf angesagt, Zigaretten - zumindest kurzfristig - verdammt, und auch Alkohol soll es etwas weniger sein. Glaubt man Umfragen, sind 45 Prozent der 82 Mill. Deutschen mit dem Wunsch nach einem Lebenswandel in das Jahr gestartet. Im Januar und Februar verdienen Pharmaunternehmen und Fitness-Studio-Betreiber Millionensummen durch das Geschäft mit den guten Vorsätzen.

„Ich will das Rauchen stark einschränken und ein paar Kilos müssen auch runter“, sagt zum Beispiel der Sportstudent Marko Münnich aus Kiel. Mit diesen Vorsätzen ist der 27-Jährige begehrter Kandidat für die zahllosen Lockangebote. An Bahnhöfen in Großstädten fahren Pharmakonzerne große Kampagnen für Nikotin-Pflaster und Raucherentwöhnungskaugummis. „Wir erleben einen Vorsatzschub“, berichtet Produktmanager Nikolas Schimann, der für einen der Marktführer in diesem Bereich arbeitet. 170 000 Kaugummis und Pflaster werden von seinem Unternehmen normalerweise pro Monat verkauft. Mit den guten Vorsätzen schnellt diese Zahl im Januar auf bis zu 220 000 verkaufte Produkte hoch.

Dieses Jahr gibt es eine besondere Konstellation durch das zum 1. Januar in Kraft getretene Rauchverbot in acht weiteren Bundesländern. „Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass es dadurch zusätzlich zu den Vorsätzen einen enormen Schub bei Raucherentwöhnungsprodukten gibt“, berichtet Schimann. Eine „Gute- Vorsätze“-Kampagne eignet sich für Werbezwecke aber offensichtlich besser als das Rauchverbot. Der Slogan „Jetzt ist das Rauchverbot da. Jetzt musst Du aufhören“ fiel bei Rauchern durch. Sie hätten diese Werbung mit dem erhobenem Zeigefinger als Diskriminierung empfunden.

Der zweite Nutznießer der Gute-Vorsätze-Welle sind die 6 000 Fitness-Studios in Deutschland. Wo jetzt noch Fett schwabbelt, sollen sich bei vielen Bürgern bald Muskeln spannen. Deshalb gibt es einen Ansturm auf die „Muckibuden“. „Der Januar ist immer mit Abstand der beste Monat“,sagt Refit Kamberovic vom Deutschen Sportstudioverband (Dssv) in Hamburg. Bis zu 300 000 Neuanmeldungen gebe es bundesweit im Januar. Insgesamt bringen derzeit fünf Millionen Deutsche Po und Bauch in Fitness-Studios in Form. Vom Frühjahr an nimmt die Zahl der Fitnessjünger ab, da dann Aktivitäten im Freien überwiegen - oder die guten Vorsätze schon wieder passé sind.

Auch Abnehm-Programme sind seit Neujahr stark gefragt, viele greifen nach Silvester häufig zu Schlankheitspillen. Bis zu 40 Prozent Umsatzzuwachs melden Hersteller für Januar. Insgesamt sind bei der Hitliste der guten Vorsätze für 2008 die Klassiker „Abnehmen“ und „mit dem Rauchen aufhören“ von anderen Wünschen etwas verdrängt worden: Zwei von drei Deutschen wollen laut einer Forsa-Studie in diesem Jahr mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen. 60 Prozent planen, Stress zu vermeiden.

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