Globaler Kunstmarkt
Ein neuer Geschmack

Die Krise hat auch den Kunstmarkt nachhaltig getroffen, gerade in Bezug auf hochkarätige Moderne und Altmeister. Dort übt man Zurückhaltung. Zeitgenössische Kunst hingegen bekommt einen immer größer werdenden Markt.

BerlinGold und Silber verlieren an Wert, die Kunstpreise steigen. Mit diesem Kontrastprogramm beginnt die Sommerpause. In Zeiten unsicherer Finanzmärkte und einer sich in Turbulenzen befindlichen Euro-Zone haben sich die Kunstmärkte als stabile Größen behauptet. Wenn etwas ihren Glanz schmälert, dann ist es nicht der Preisverfall, sondern schleichender Materialmangel. Keiner der Sammler oder Investitionskäufer, die seit einem Jahrzehnt die großen Auktionen und Messen frequentieren, trennt sich von Spitzenwerken, weil sie langfristig ungebremstes Wachstum versprechen. So dünnt sich das Angebot in hochkarätigen Bereichen wie Altmeistergemälden, Kunst des Impressionismus, Expressionismus und Surrealismus immer mehr aus.

Schon die Fülle der in New York, London, Hongkong versteigerten "Contemporary Art" zeigt, dass hier die absatzträchtige Masse das magere Spitzenangebot traditionsreicher Sammelgebiete kompensieren soll. Dennoch hat es die zeitgenössische Kunst trotz attraktiven Angebots (nicht zuletzt die bei Sotheby's für 151 Millionen Dollar versteigerten Sammlungen Duerckheim und Allan Stone) bisher nicht geschafft, die Impressionisten und Moderne vom obersten Rang der Umsatzskala zu verdrängen.

Von den modischen Künstlern konnte mancher sein Preisniveau nicht halten

Wer die Preisentwicklung der jüngsten einschlägigen Auktionen betrachtet, wird trotz globaler Erfolge noch genug Marktkontraste finden. Die Auktionshäuser verkünden, dass die Preisentwicklung für zeitgenössische Kunst wieder auf dem Stand von 2008 sind. Kurz vor der Bankenkrise explodierten damals die Preise für alles, was dem Hype Nahrung gab: von chinesischen Künstlern über die Kunstunternehmer Damian Hirst und Jeff Koons bis zu den Boomfiguren Richard Prince und Peter Doig.

Nicht alle konnten ihr Preisniveau halten. Vor allem Koons musste Federn lassen. Arbeiten, die mit höchsten Schätzpreisen bedacht waren, blieben weit unter der Erwartung. Hauptbeispiel: die im Mai bei Sotheby's versteigerte Porzellanplastik "Pink Panther" aus der Sammlung des Verlegers Benedikt Taschen, die bei einer Taxe von 20 bis 30 Millionen brutto 16,8 Millionen Dollar einspielte. Hirst wird zur Zeit in den Auktionen strategisch verknappt, was die wenigen der jetzt angebotenen Schmetterlingsbilder künstlich verteuert.

Der Schotte Peter Doig, dessen Gemälde "White Canoe" 2007 bei Sotheby's für 11,3 Millionen Dollar versteigert wurde, konnte 2009 mit dem bei Christie's für 10,16 Millionen Dollar zugeschlagenen Großformat "Reflection" fast an diese Rekordnotierung anknüpfen. Dieses Preisniveau hält sich: das attraktive Südseebild "Red Boat (Imaginary Boys)" von 2003 kam bei einer extrem vorsichtigen Schätzung am 28. Juni bei Christie's durch amerikanisches Privatgebot auf umgerechnet 9,9 Millionen Dollar.

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