Kultur + Kunstmarkt
Glücksgefühle ändern sich

Glücksgefühle hängen auch vom jeweiligen Alter ab. „In verschiedenen Lebensphasen wechseln die Dinge, die ein Mensch mit Glück und Wohlbefinden verbindet“, fasst die Bremer Professorin Ursula Staudinger psychologische Studien zusammen.

dpa HAMBURG/BREMEN. Glücksgefühle hängen auch vom jeweiligen Alter ab. „In verschiedenen Lebensphasen wechseln die Dinge, die ein Mensch mit Glück und Wohlbefinden verbindet“, fasst die Bremer Professorin Ursula Staudinger psychologische Studien zusammen.

Sie geht allerdings nicht davon aus, dass bestimmte Lebensphasen - wie die Jugend - generell besonders glückliche oder unglückliche Abschnitte sind. „Jede Lebensphase hält eine neue Kombination von Herausforderungen bereit. Was sich aber ändert, sind die Vorstellungen vom Glück“, sagt die Forscherin vom Jacobs Center der International University Bremen.

„In jungen Jahren sind die Ziele, die uns Zufriedenheit bringen sollen, eher materiell, sie sind eher konkret: eine gute Beziehung, Erfolg im Beruf, viele Freunde“, sagt Staudinger. „Später richtet sich der Fokus eher auf abstrakte Dinge, auf ideelle Werte. Zufriedenheit an sich wird zum Ziel. Und man konzentriert sich stärker auf das Wohlbefinden anderer, etwa der Kinder.“

Unabhängig vom altersbedingten Wandel kann der Einzelne das Glücklichsein nach Einschätzung der Forscherin auch lernen. Deshalb seien Glücksbücher und Glückskurse nicht immer vergebliche Liebesmühe, sagt die Entwicklungspsychologin. „Aber das ist natürlich nicht einfach“, warnt sie vor dem Glauben an leichten schnellen Erfolg. Sich selbst zu verändern, um mehr Glück zu erleben, erfordere Zeit und viel Anstrengung, „ähnlich wie eine Therapie“.

Ein paar Dinge, die unsere Glückssuche bestimmen, sind in unserer Persönlichkeitsstruktur zu finden: „Jeder hat als Basis unterschiedlich viele Punkte auf seinem Glückskonto.“ Gut seien viel Optimismus, hohe gefühlsmäßige Stabilität und das Vermögen, auf andere zuzugehen. „Doch diese Basis ist nur der kleinere Teil, der größere Teil liegt in unseren Verarbeitungsmechanismen.“ Man könne zum Beispiel lernen, sich den eigenen Fähigkeiten angepasste Ziele und soziale Vergleichsmaßstäbe zu wählen und sich dann über das Erreichte zu freuen. Zum eigenen Glück trage auch bei, wenn man flexibel sei: Wer sein Denken und seine Ziele je nach Umwelt und Alter gegebenenfalls neu bestimmen könne, sei zufriedener mit sich und dem Leben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%