Golden Globes
"Party-Time" in Hollywood

In der Nacht zum Dienstag findet "Hollywoods Abschlussball" statt, wie die Verleihung der Golden Globes auch genannt wird. Die Golden-Globe-Show ist zum zweitwichtigsten Filmpreis aufgestiegen und steht der Oscar-Verleihung besonders in Fröhlichkeit und Besucheransturm in nichts nach.

HB LOS ANGELES. Es ist „Party-Time“ in Hollywood: Sieben Wochen vor der Oscar-Verleihung wird für den größten Rivalen der rote Teppich ausgerollt. In der Nacht zum Dienstag werden die Golden Globes verliehen und seit Tagen dreht sich alles um die goldene Weltkugel.

Als „chaotischen Wirrwarr“ mit unzähligen Cocktail-Partys und Star-Auftritten, wie es man früher nur zur Oscar-Zeit kannte, beschreibt das Filmblatt „Variety“ die nächtelange Feierlaune in Hollywood. Als fröhlichste Preisgala, die auch schon „Hollywoods Abschlussball“ genannt wurde, macht die Golden-Globe-Show dem ehrwürdigen großen Oscar-Bruder Konkurrenz.

Kaum ein Star bleibt der Gala fern. Die Promis sitzen im Ballsaal des Beverly Hilton Hotels so eng beieinander, dass man jede Falte erkennt, die bei der Botox-Kur übersehen wurde, lästert die „Los Angeles Times“. Schon bei der Live-Show fließt reichlich Champagner während es auf der Bühne Preise regnet. Dank der Aufteilung in Dramen und Komödien gibt es mehr Trophäen als beim Oscar, zudem werden neben den Filmstars auch die Fernsehgrößen honoriert.

Der Aufstieg der Golden Globes zum zweitwichtigsten Filmpreis und Oscar-Barometer ist erstaunlich, wenn man hinter die Kulissen schaut. Entscheiden beim Oscar rund 6000 Mitglieder der Filmakademie über die Topleistungen, so liegt die goldene Weltkugel in der Hand von gerade 90 Auslands-Journalisten der „Hollywood Foreign Press“. 55 Länder und „führende Zeitungen“ würden von den Mitgliedern beliefert, führt der Verband an. Doch viele sind Freiberufler und schreiben häufig - zumindest aus amerikanischer Sicht - für obskure Blätter in weiter Ferne.

Über die Jahre und Skandale hinweg hat das Grüppchen Ausdauer bewiesen. So wurde häufig der Vorwurf laut, die Globe-Trophäen seien durch großzügige Geschenke und bevorzugte Behandlung „käuflich“. Augenscheinlich war das 1981, als Pia Zadora für ihre Rolle in „Butterfly“ als „Entdeckung des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Zadoras Gatte, der den Kino-Flop produzierte, hatte Mitglieder der Auslandspresse zuvor nach Las Vegas geflogen und dort hofiert. 1993 wurden das Drama „Der Duft der Frauen“ und Hauptdarsteller Al Pacino mit Golden Globes geehrt. Hatte das zuständige Studio „nachgeholfen“, als es die Globe-Juroren zu einem Wochenende nach Paris einlud und ihnen dort den notorisch scheuen Pacino servierte? „Casino“-Darstellerin Sharon Stone wurde zur besten Schauspielerin gekürt, kurz nachdem sie ein kleines Geschenk an jedes Mitglied adressiert hatte.

Vor zehn Jahren zog der Sender NBC, der die Globes ausstrahlt, die Zügel an. Teure Geschenke und Einladungen sind jetzt tabu. Ohne diese Regelung läge in diesem Jahr der Verdacht nahe, die Journalisten hätten eine Cowboy-Farm im Wilden Westen besucht. Als Golden-Globe Favorit geht am Montagabend nämlich der unkonventionelle Western „Brokeback Mountain“ mit sieben Nominierungen ins Rennen. Der Film des amerikanisch-chinesischen Regisseurs Ang Lee über die tragische Romanze zweier Cowboys könnte in den wichtigsten Kategorien abräumen, darunter bestes Drama, bester Regisseur und Haupt- und Nebendarsteller.

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