Golfen für die gute Tat
Karitativer Schlägerschwinger

Frank Fleschenberg hat das Golfen für den guten Zweck in Deutschland populär gemacht. Der Diplom-Kaufmann Fleschenberg ist nicht nur einer der Strippenzieher der deutschen Golferszene, sondern auch Chef eines Finanzdienstleisters, der auf den Namen Eureka hört.

Der Mann steht unter Dampf. Seine erste "West Light" qualmt im Aschenbecher. Frank Fleschenberg kommt in der "Kleinen Konditorei", einem Café in Aschaffenburgs Innenstadt, ins Plaudern. Dunkler Anzug, schlaksige Statur, den blonden Scheitel akkurat gekämmt, greift er sich die Zigarette wieder und nimmt einen kräftigen Zug. Der Präsident des Karitativ-Golfclubs "Eagles" bemüht sich dabei um Freundlichkeit. Obwohl er gerade von einem unangenehmen Gespräch mit Bankiers kommt, bei dem er einen seiner Klienten vertrat, der kleine Probleme hatte. Der Diplom-Kaufmann Fleschenberg ist nämlich nicht nur einer der Strippenzieher der deutschen Golferszene. Sondern auch Chef eines Finanzdienstleisters, der auf den Namen Eureka hört.

Da sind die Termine, die er für die "Eagles" organisiert, weitaus stressfreier. Denn für seinen Club schwingen so illustre und unterschiedliche Zeitgenossen wie Franz Beckenbauer (Fußball-Kaiser), Sonja Zietlow (RTL-Quotenfrau fürs Trashige) oder Jan Josef Liefers (Filmstar mit frauenbetörendem Dackelblick) fleißig den Golfschläger für die gute Tat.

Promis golfen für einen guten Zweck, auf diesen Nenner lässt sich kurz und bündig die Geschäftsidee der "Eagles" bringen, die Fleschenberg 1993 gemeinsam mit deutschen Sportikonen wie Norbert Schramm (Eiskunstlauf), Erhard Wunderlich (Handball) oder Christian Neureuther (Skilaufen) ins Rollen brachte. Mit Hilfe des kleinen, weißen Golfballs macht sich der Club für Hilfs-Organisationen stark, sei es für die Franz-Beckenbauer-Stiftung oder ein Kinderhospiz im Allgäu, dessen Schirmherrschaft Ministerpräsidenten-Gattin Karin Stoiber innehat.

Über die Saison hinweg sind es 16 Turniere, an denen die rund 90 "Eagles-Promis" teilnehmen. "Unsere Mitglieder bekommen keine Extravergünstigungen", sagt Fleschenberg. Altruismus muss schon sein. Der Einzige, der in die Tasche greifen muss, ist der Turnier-Veranstalter, der einen opulenten Betrag entrichten muss, damit Prominente wie Oliver Kahn oder Sascha Hehn ihre Schläger auspacken. Seine "Eagles"-Mannschaft rekrutiert "Fleschi", so nennen ihn alle, die ihm nahe stehen wollen, in der Regel aus der Unterhaltungsbranche. Der Grund: Prominente aus dem Sport- und Showgeschäft machen Golf-Turniere zu einem ganz besonderen Ereignis.

Der Erfolg gibt Fleschenberg offenbar Recht. Denn mit dieser Strategie erspielen sich die "Eagles" jedes Jahr eine Million Euro an Spendengeldern. Der geschäftliche Erfolg ist es auch, der dem 56-jährigen, umtriebigen Manager den nötigen Kick versetzt. Und das nicht erst seit seinem Studium der Betriebswirtschaft. "Schon als Zwölfjähriger habe ich mit dem Verkauf von Birnen meine erste Mark verdient", sagt der gebürtige Düsseldorfer und schmunzelt.

Auf seine Geburtsstadt legt er nicht so viel Wert. "Da war ich nur ein paar Stunden." Solingen, die Stadt der scharfen Klingen, liegt ihm da schon viel mehr am Herzen. Hier verbrachte er Kindheit und Jugend, hier verdiente sich der Sohn eines Grafikers seine ersten beruflichen Sporen - und zwar im bezahlten Fußball. "Als Mittelstürmer begann meine Karriere in der Jugend. Aber als unser etatmäßiger Keeper einmal ausfiel, stand ich plötzlich im Tor", erzählt Fleschenberg. Im Fußball-Kasten muss er eine gute Figur gemacht haben, denn es bahnte sich für ihn eine Karriere als Fußball-Profi unter anderem beim Wuppertaler SV und Fortuna Düsseldorf an.

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