Gundula Gause
„Ich liebe es, Nachrichten auszuwählen“

Seit 20 Jahren ist Gundula Gause die Nachrichtenfrau im heute-journal. Besonders gefällt ihr, entscheiden zu können, was wichtig ist. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist aus ihrer Sicht noch zu gering.
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MainzGundula Gause (47), Co-Moderatorin des „heute-journals“, hat auch nach 20 Jahren noch viel Spaß an ihrem Job. Aber nicht nur daran, die News zu präsentieren: „Ich liebe es, Nachrichten auszuwählen und zu schreiben“, sagte Gause in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa wenige Tage vor ihrem Jubiläum am 5. April. Die Moderation sei nur der I-Punkt. Gibt es zu wenig Frauen als Hauptmoderatoren? Findet Gause nicht, denn beim „heute journal“ oder in den „Tagesthemen“ gebe es hierbei ein „Patt“. Sie hält aber in den Chefetagen deutscher Unternehmen mehr Frauen für notwendig. „Da sehe ich - wie viele andere - noch Handlungsbedarf.“

Was macht Ihnen am meisten Freude an Ihrer Arbeit?

Gause: Als "Nachrichtenfrau" des heute-journals ein kleines Geständnis: Ich liebe es, Nachrichten auszuwählen und zu schreiben. Die Moderation ist praktisch der I-Punkt nach getaner Arbeit. Die Co-Moderation lässt sich zudem hervorragend mit meiner Familie in Einklang bringen - die Schichten in der Redaktion lassen sich ganz gut planen. Den berühmten Hanns Joachim Friedrichs verehre ich als Journalist und Anchorman, der mir mit seiner wunderbar unaufgeregten Art zu moderieren in Erinnerung bleibt.

Gibt es noch Nachrichten, die Sie überraschen?

Gause: Natürlich gibt es immer wieder Wendungen in Entwicklungen oder überraschende Ereignisse, die einen dann erstaunen. Wenn Dinge mit einer gewissen Dimension passieren, ist das aber immer in den Händen der Hauptmoderatoren - in meinen Sendewochen also bei Claus Kleber.

Gibt es eine besondere Panne, an die Sie sich erinnern?

Gause: Als ich in den 90er Jahren noch das Morgenmagazin moderierte, ist einem Professor der Neugeborenenmedizin während eines Schaltgesprächs einmal der Knopf aus dem Ohr unter den Tisch gefallen. Er kroch dann in der Liveschaltung unter den Tisch und war relativ lang nicht mehr zu sehen. Als er dann wieder auftauchte, sagte er: "Wir Neonatologen sind Krisensituationen aller Art gewöhnt." Er sollte damals etwas zu einer Geburt von Fünflingen sagen.

Sollte es bei der Hauptmoderation aus Ihrer Sicht mehr Frauen geben?

Gause: Wir haben im Moment beim "heute journal" oder in den "Tagesthemen" ein Patt erreicht. Hinter den Kulissen am Redaktionstisch oder in Studio und Regie sind Frauen auch stark vertreten. Was aber ein Thema jenseits der Arbeit in den Medien und in der Moderation bleibt, sind Frauen in Führungspositionen. Da sehe ich - wie viele andere - noch Handlungsbedarf.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gundula Gause: „Ich liebe es, Nachrichten auszuwählen“"

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  • Mir ist es eigentlich ziemlich egal, wer die Nachrichten auswählt.
    Das wichtigste ist jedoch, dass sie der Wahrheit entsprechen!
    Zur Wahrheit gehört eben auch die Vollständigkeit.
    Entsprechend dieser Vorgabe, die die Grundlage einer Nachrichtensendung und selbstverständlich sein müßte, sehe ich diese und ähnlich gestrickte Konstrukte schon lange nicht mehr.
    Ich gehe wie "Wolfsfreund" vor. Auch mit weniger Sprachkenntnissen kann man sich im Internet ein ganz gutes Nachrichtenbild machen.
    Wichtig: mehrere vertrauenswürdige Quellen vergleichen - staatliche immer mit viel Mißtrauen begegnen.
    Ebenso ist weitgehend der deutsche rot-grün gefärbte "Mainstream" mit Vorsicht zu geniessen.
    Man denke nur an die unsägliche Berichterstattung über den Tsunami in Japan. Die deutsche Presse machte daraus einen Reaktorunfall
    (Super-Gau), dem bis zu 20000 Menschen zum Opfer fielen.
    Es gab und gibt bis zum heutigen Tag keinen einzigen Strahlentoten!
    Die Liste dieser Lügner und Lügen ist lange.

  • "Gause: Als "Nachrichtenfrau" des heute-journals ein kleines Geständnis: Ich liebe es, Nachrichten auszuwählen und zu schreiben. "
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    Wie schön für Sie! Sorry, aber ich bin es gewohnt, selbst zu entscheiden, was für mich relevant ist und was nicht. Ebenso bin ich gewohnt, selber kritisch zu denken und nicht vorgekaute, vorgedachte Meinungen zu übernehmen. Dafür lese ich u.a. eine Reihe internationaler Quellen in mehreren Sprachen (Ja, ich weiß: Gebildete Bürger sind ausgesprochen lästig, weil sie alles hinterfragen und kritisch beleuchten!), die entschieden glaubwürdiger sind als der stets politisch korrekte, staatliche Propaganda- und Lügenfunk!
    "Rheingold" hat recht. Zum Glück gibt es das Internet, das vom ÖRR hierzulande in einem dreisten Piratenakt gekapert wurde (was PCs zu Radiogeräten mutieren ließ), das aber (noch) Zugang zu unabhängigen Quellen erlaubt.

  • Ja, so ist sie - die TV-Nachrichtenwelt : Nette Menschen entscheiden, was für uns wichtig ist und was wir erfahren dürfen ... Ich bin so froh, dass es das Internet gibt !

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