Gurlitt-Sammlung in Bonn „Der NS-Kunstraub und die Folgen“

Die Doppelausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ stößt auf großes internationales Medieninteresse. Einen Tag nach Bern wird der zweite Teil nun in Bonn vorgestellt. Im Fokus steht hier die NS-Raubkunst.
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Museumsmitarbeiter hängen im Kunstmuseum in Bern das Gemälde „Leonie“ des deutschen Künstlers Otto Dix auf. Nun wird die Schau in Bonn gezeigt. Quelle: dpa
Gurlitt-Ausstellung

Museumsmitarbeiter hängen im Kunstmuseum in Bern das Gemälde „Leonie“ des deutschen Künstlers Otto Dix auf. Nun wird die Schau in Bonn gezeigt.

(Foto: dpa)

BonnIn der Bonner Bundeskunsthalle wird der zweite Teil der spektakulären Doppelausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ präsentiert. Der Fokus der rund 250 Werke aus der Sammlung von Hildebrand Gurlitt, eines der Kunsthändler Adolf Hitlers, liegt auf Bezügen zum strategisch organisierten Kunstraub der Nazis.

Am Mittwoch waren in Bern erstmals rund 150 Werke der von den Nazis als „entartet“ verfemten Kunst aus dem Gurlitt-Bestand präsentiert worden. Gurlitt hatte die Aufgabe, die in Museen beschlagnahmten Werke der Avantgarde gegen Devisen zu verkaufen.

Der größte Teil des Bestandes von rund 1500 Kunstwerken war 2012 unter rechtlich umstrittenen Umständen bei Hildebrand Gurlitts Sohn Cornelius in München beschlagnahmt worden. Der 2014 gestorbene Cornelius Gurlitt bestimmte das Berner Kunstmuseum zum Erben aller von seinem Vater zusammengetragenen Kunstwerke.

Der vom 3. November bis 11. März laufende Bonner Teil der Doppelausstellung trägt den Untertitel „Der NS-Kunstraub und die Folgen“. Gezeigt werden Werke etwa von Cranach, Dürer, Monet, Manet, Degas, die Hildebrand Gurlitt zusammengetragen hatte. Anhand von Biografien verfolgter jüdischer Sammler sowie Briefen und Geschäftsbüchern wird Gurlitts zwiespältige Rolle als NS-Kunsthändler aufgearbeitet. Sechs Kunstwerke wurden bisher eindeutig als Raubkunst identifiziert. Beim größten Teil des Bestandes ist die Herkunft aber laut Forschern nicht mehr zweifelsfrei zu klären. Die Bern-Bonner Doppelausstellung wird von einem großen internationalen Medieninteresse begleitet.

  • dpa
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