Gute Resonanz beim Publikum
Kölner Kurzfilmfestival droht das Aus

Die Veranstalter des Internationalen Kurzfilmfestivals sorgen sich um die Zukunft. Mit einem Defizit von rund 30 000 Euro in diesem Jahr droht dem Kurzfilmfestival im nächsten Jahr das Aus. Wenn nicht binnen vier Monaten eine sichere Finanzierung aufgestellt ist, wird der Vorstand die „short cuts cologne“ in nächsten Jahr ausfallen lassen. Das teilte Jochen Bentz, Geschäftsführer des Organisators Kölner Filmhaus, am Sonntagabend mit.

HB KÖLN. Obwohl bei der gerade zu Ende gegangenen „short cuts cologne“ die Zahl der teilnehmenden Produktionen im sechsten Jahr alle Rekorde brach, befürchten die Veranstalter nun das Aus für das Festival 2004. „Wir haben diesmal rund 30 000 Euro Defizit gemacht“, resümierte Jochen Bentz. Daher habe der Vorstand beschlossen, „short cuts cologne“ im kommenden Jahr ausfallen zu lassen - wenn nicht binnen vier Monaten eine sichere Finanzierung aufgestellt sei.

Das Kurzfilmfestival, zu dem sich Filmemacher aus 63 Ländern der Welt mit mehr als 2300 Produktionen beworben hatten, ging am Sonntagabend mit der Preisverleihung zu Ende. Dabei kürte die internationale Fachjury die schwedische Filmemacherin Terese Mörnvik zur Gewinnerin. Für ihre Dokumentation über einen heroinsüchtigen Lastwagenfahrer in Schweden erhielt sie den mit 1500 Euro dotierten ersten Preis.

Zweiter wurde der Brite Jake Knight mit seinem siebenminütigen Kurzspielfilm „Salaryman 6“. Er erzählt die Geschichte eines Büroangestellten in Tokio, der sein Gedächtnis verliert und mit einer Kamera durch die Stadt streift. Der dritte Preis ging an die Österreicherin Marie Kreutzer für ihren Kurzspielfilm „Un peu beaucoup“.

Mit der Resonanz beim Publikum sind die Festival-Organisatoren bei aller Geldnot durchaus zufrieden: „Die Kinosäle waren sehr gut besucht, trotz des schönen Sommerwetters“, sagte Festivalleiter Stephan Sarasi. Als Publikumslieblinge hätten sich vor allem die humorvollen Kurzfilme erwiesen, darunter die skurrile Tanzfilmreihe „Dance, Dance, Dance“. Zum ihrem Favoriten wählten die Zuschauer den französischen Kurzfilm „J'attendrai le suivant“ von Philippe Orreindy: Er erhielt den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis.

Volle Kinosäle können das Festival jedoch laut Filmhaus- Geschäftsführer Bentz kaum retten. „Dazu sind die Kosten zu hoch“, meint Bentz und verweist auf die Sponsoren. „Jedes Jahr ist es aufs Neue ein Vabanque-Spiel, ob die Gelder reinkommen.“ Größte Geldgeber sind demnach die Europäische Union mit 10 000 Euro, die Filmstiftung NRW GmbH mit 8000 Euro, das Kulturamt der Stadt Köln mit 7000 Euro und das Auswärtige Amt mit 4000 Euro.

„Dieses Jahr sind wir halbwegs hingekommen“, sagt Bentz. „Aber wir können nicht ständig auf dem Zahnfleisch gehen.“ Bis zu 25 ehrenamtliche Helfer hätten das Festival in diesem Jahr am Laufen gehalten, für 2004 müsse das Filmhaus nun verstärkt nach Geldgebern Ausschau halten. Der Geschäftsführer: „Sowohl die Stadt Köln als auch das Land Nordrhein-Westfalen sollten sich überlegen, ob sie eines der größten Kurzfilmfestivals in Deutschland einfach so sterben lassen wollen.“

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