Handelsblatt-Edition
Wo realer und virtueller Raum verschmelzen

Giulia Bowinkel und Friedemann Banz haben exklusiv für das Handelsblatt drei Motive in einer Edition aufgelegt, die den Datenfluss in Kunst übersetzen.

DüsseldorfDie Digitalisierung ist ein Teil von uns geworden. Keiner entkommt ihr. Selbst der, der noch ohne Facebook Freundschaften pflegt. Denn dank Gesichtserkennung ist er in den Adressverzeichnissen seiner Freunde längst identifiziert und gespeichert. Wenn computergesteuerte Prozesse Banken und Börsen, Fabriken und Freundeskreise (Communities) revolutionieren, dann bleiben auch die Künste nicht außen vor. Schließlich reflektieren sie unsere Gegenwart auch jenseits der gemalten Abbildung.

Zu den Künstlern, die mittlerweile große Expertise haben mit der Illusion, die dem Computer entstammt, zählen Banz und Bowinkel. Ausgebildet wurden die 33-jährige Giulia Bowinkel und der drei Jahre ältere Friedemann Banz an der Düsseldorfer Kunstakademie noch als Maler. Doch seit 2008 erkunden die beiden, in welchen Formen das Digitale künstlerischer Ausdruck unserer Zeit werden kann, und schaffen Bilder von heute, die Bestand haben werden. Zahlreiche Stipendien, Auslandsstudien und Ausstellungen beweisen, dass Banz und Bowinkel da einen Nerv getroffen haben.

Abschied von der klassischen Malerei

Ein China-Aufenthalt machte den beiden Malern vor acht Jahren klar, „dass die Künstler im Reich der Mitte nach der Phase der Kulturrevolution sehr experimentierfreudig waren“, erzählt Friedemann Banz, als das Handelsblatt zum Atelierbesuch kommt. Freiheit und Schrankenlosigkeit fanden Banz und Bowinkel danach selbst im Abschied von der klassischen Malerei.

Seit 2008 denken sie über die Möglichkeiten des Computers in der Gesellschaft wie in der bildenden Kunst nach und erleben gleichzeitig dessen Schattenseiten. Etwa wenn ein Start-up, das Verständnis für die spezifischen Anliegen der Kunst hatte, vom Apple-Konzern geschluckt wird, wo es keine Abteilung Kunst gibt, nur Film und Video.

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Simulation von Flüssigkeit

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