Hauswedell & Nolte
Reiz einer roh belassenen Skulptur

Ob Graphik, Malerei oder Skulptur - in der Auktion bei Hauswedell und Nolte fanden Sammler aus dem In- und Ausland, was sie suchen. Toplos wurde Willi Baumeisters Abstraktion "Fantom".

DüsseldorfNackt und verloren steht die kleine Frau auf einem mächtigen Sockel. Ihre Haut hat der Bildhauer pelzig gelassen. Stephan Balkenhol hat die ganze Gestalt 2003 nur grob aus dem Holz geschält. Kleine Holzfasern stehen ab und irritieren den Blick des Betrachters. Das fand ein Privatsammler aus München reizvoll und bezahlte 50.400 Euro brutto für die Skulptur "Frau auf horizontal gespaltenem Stamm".

Eines der guten Ergebnisse für die dreiteilige Kunstauktion von Hauswedell & Nolte. Es hat dem Hamburger Versteigerer gleich eine weitere Einlieferung von Balkenhol für die Herbstauktion beschert.

Toplos der zentralen Auktion "Moderne Kunst Teil I" am 8. Juni war Willi Baumeisters heitere Mischtechnik "Fantom" von 1953. Für dieses souveräne Spiel mit großen und kleinen abstrakten Formen war ein rheinischer Sammler bereit, 283.000 Euro einzusetzen. Ein Verkaufspreis, der die Taxe von 180.000 weit hinter sich lässt.

Paul Klees prachtvolles Aquarell "Verlassene Kulturen" ging indessen zurück. Da war die Erwartung des Einlieferers von 300.000 Euro zu hoch gewesen. Hohe Einstandspreise veranlassen Einlieferer immer wieder zu zu hohen Vorgaben an den Auktionator. Dann ist kein Spiel drin, und keine Hand regt sich.

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Reiz einer roh belassenen Skulptur

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Der Markt liebt graphische Bilder

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