Hauswedell & Nolte
Rekord im Kleinen

Kaum Herausragendes hatten die Hamburger von Hauswedell & Nolte für ihre Auktion moderner und zeitgenössischer Kunst zusammengetragen. Entsprechend war das Ergebnis. Hochwertige Ware ließ sich gut vermitteln, etwa Georg Kolbes Skulptur "Verlangen". Nach unten wurde es dürftig.
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DÜSSELDORF. Eine klare Dreiteilung zeigt sich bei den Ergebnissen der Auktion bei Hauswedell & Nolte in Hamburg am 3./4. Dezember. Am besten liefen die Ausgewählten Werke, die zu knapp 60 Prozent nach Losen verkauft werden konnten. Bemerkenswertestes Ergebnis war ein Zuschlag, der in seiner Höhe von 62.000 Euro inklusive Aufgeld zunächst gar nicht so auffällig erscheint. Und doch ist damit das Preisniveau für Edmund Kesting in eine neue Dimension vorgerückt. Der bisherige Höchstpreis lag bei 32.000 Euro netto, erzielt bei Lempertz im Jahr 2003 für ein Gemälde. Nachdem Berliner Handel im Saal schon in der Hamburger Frühjahrsauktion 23.560 Euro für eine Collage des Bauhäuslers bezahlt hatte, griff er jetzt noch einmal deutlich tiefer in die Tasche, um einen Konkurrenten aus der Hauptstadt abzuhängen.

Sechsstellige Zuschläge waren rar. 272.800 Euro (Taxe 140.000 Euro) kamen für die Bronze "Verlangen" von Georg Kolbe zusammen, mehr als je zuvor auf einer deutschen Auktion. Ein "Frühlingszweig" von Karl Schmidt-Rottluff aus der Nachkriegszeit kostete einen hessischen Sammler die Taxe von 100.000 Euro (inklusive Aufgeld sind das 124.000 Euro). Nach Südwestdeutschlandland ging für 223.200 Euro (120.000) ein aus der "Montaru"-Serie abgeleitetes "MO" von Willi Baumeister. 109.120 Euro (48.000) zahlte rheinischer Handel für ein gleichmäßig benageltes mittelgroßes Quadrat von Günther Uecker aus dem Jahr 1970. Ebenso unspektakulär scheinen zunächst die Preise bis 43.240 Euro brutto, die die Hanseaten für Arbeiten von Rolf Nesch erzielen. Allerdings handelt es sich dabei zum Teil um monochrome Druckgraphiken.

Schwache Quote bei Zeitgenossen

Während bei der mittelpreisigen Moderne immerhin noch jedes zweite Los zugeschlagen werden konnte, sank die Quote bei den Zeitgenossen auf etwas über 40 Prozent. Inhaber Ernst Nolte kommentierte das Ergebnis von 3,5 Mio. Euro inklusive Aufgeld diplomatisch: "Die Dinge, die wirklich gut waren, sind gut und sehr gut gegangen." Zufriedener kann der Auktionator mit den eine Woche zuvor verhandelten Büchern und Autographen sein. Hier wurden zwei Konvolute mit Briefen und Karten von Theodor Fontane im Rahmen der Taxe für 319.920 Euro einer deutschen Institution zugeschlagen.

www.hauswedell-nolte.de

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